Ab in die Unterwelt!

Im Wettbewerb um die neue Dauerausstellung des Nationalparkhauses in Dangast am Jadebusen habe ich mit Kessler & Co eine Arbeitsgemeinschaft gebildet. Im Bereich Dauerausstellungen am Wattenmeer haben wir ja schon ein paar ganz erfolgreiche Projekte realisiert.

Unsere Präsentation hat leider nicht gewonnen. Ich stelle hier mal einen Auszug aus der Grundidee, die bei der Ortsbegehung nach dem Vortrag des Leiters der Nationalparkhauses entstand, vor (ist ja auch immerhin einge Menge Zeit und Kreativität hineingeflossen).

Beim o.g. Vortrag wurde klar, dass die Besucher*innen des Hauses sich anfangs für die großen Tiere interessieren (Robben, Möwen, usw.). Nachdem sie aber eine Wattwanderung gemacht haben – also in der Natur unterwegs waren – fand die Mehrheit die ganz kleinen Organismen viel spannender. Also neben Wattwürmern und Muscheln vor allem Kieselalgen, Bakterien oder Pilze. Das hat uns bei der gestellten Wettbewerbsaufgabe „Konzept für den Raum Watt“ zur folgenden Idee geführt:

Wir nehmen den Grundriss und legen eine mikroskopische Aufnahme eines beispielhaften Wattenmeeres hinein. Aus den verschiedenen sichtbaren Organismen generieren wir Grundformen und ordnen diesen die eigentlichen Themen zu. Diese Grundformen sehen zwar aus wie zweidimensional. Tatsächlich bewegen sie sich aber im Wasser. Genauso entsteht dann dieser Raum. Die Grundformen als Träger der verschiedenen Inhalte schweben quasi im Raum.

Eher ungewöhnlich können diese Körper dann auch alle üblichen Ausstellungsformate darstellen. Wie z.B. Arbeitstische, Vitrinen, Monitore, Infotafeln, Sitzmöbel, usw. Die Besucher*innen bewegen sich dann durch einen – wie es so schön heißt – immersiven Raum und haben die Möglichkeit an unterschiedlichen und überraschenden Orten die Inhalte wahrzunehmen und zu verinnerlichen.

Die Entwicklung dieses in der Tat eher wenig herkömmlichen Ansatzes hat uns viel Spaß gemacht und uns vor verschiedene Herausforderungen gestellt, die bei der Präsentation leider nicht alle Jurymitglieder überzeugt hat. Aber so ist’s im harten Wettbewerbsbusiness. Mal gewinnt man nicht und mal wird man Zweiter.