Reif für die Insel
Verkehrsmuseum Dresden
Dresden
Szenografie, Corporate Design, Ausstellungskonzeption, Markenentwicklung, Grafikdesign, Text, Konzept, Signage, Modellbau Gestalterische Betreuung seit 2021
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Der Titel der aktuellen Ausstellung im Verkehrsmuseum Dresden scheint ja wie gemacht für mich. Allerdings habe ich diesmal nicht die Ausstellung gestaltet. In diesem Fall habe ich ein LEGO-Exponat zum Thema Pauschaltourismus entwickelt.
Das ist natürlich immer eine große Freude, wenn ich neben meinen gestalterisch-konzeptionellen Stärken auch ab und zu meine spielerischen Qualitäten ausleben kann. Das Schöne an selbstentwickelten LEGO-Modellen (sogenannten MOCs „My own creation“), dass die Inhalte sehr unterhaltsam inszeniert werden können.
Das Hotelgebäude selber sollte in einem definierten Größenrahmen bleiben – damit es später gut unter die Vitrinenhaube passt. Anfangs noch mit Beleuchtung geplant, wurde später klar, dass es leider keine Stromversorgung am Exponat geben wird. Thematisch sollte es ein Hotel in Südeuropa mit einem Pool, einer Rezeption und ein paar Gästen sowie den sonstigen üblichen Dingen werden. Übergeordnet geht’s um Geldflüsse im Pauschaltourimus.
Es können also jede Menge kleiner Geschichten erzählt werden, die dann bei den Besuchern weitere Gedanken und eigene Erfahrungen auslösen. Von der achtsam-genießenden Urlauberin über den etwas grummeligen Einwohner, der immer seinen Espresso mit etwas Gebäck auf der Terrasse trinkt bis zum trendy Surfergirl. Vom singenden Bauarbeiter über den erholten Pauschaltouristen bis zum streunenden Katzenbaby. Vom digitalen Check-in bis zur Urlaubsromanze, vom lustigen Familienvater über das gechillte Promipärchen auf der Rooftopbar bis zu Mutter und Sohn im ersten Urlaub nach der Scheidung.
Die Front zeigt die typische Ankommenssituation mit etwas Stadtleben, einer belebten Terrasse, Verkaufsschildern und Zugang zum geschützten Bereich für Hotelgäste.
Die Seiten offenbaren dann einerseits die entspannte Zeit am Pool und andererseits die künstlerisch verlegten Abwasserrohre in der Seitenstraße.
Die Rückseite des Hotels ist dann geöffnet, um den Blick ins Innere zu bekommen: Rezeption (Check-in, Bar, Kaffee), Lobby (Sofa, Telefonkabine, Süßigkeiten), Nebeneingang (Lieferanten, alles etwas abgerockter), Hotelzimmer (Betthupferl, Romantik, Arbeitsplatz für Menschen, die auch im Urlaub immer noch arbeiten müssen/wollen), Balkon (Urlaubsromanze mit Ring und Sektchen) und natürlich die volle Dachterrasse!
Naja, und dann bin ich natürlich auch gestalterisch interessiert und habe im Vorfeld gut überlegt, welche Farben und welche Formen ich einsetzen möchte. Das führt dann zu einem Gesamtergebnis, dass für die meisten Betrachter*innen aber eher unterschwellig mitläuft.
Es gibt also viel zu entdecken und ich freue mich auf die nächsten LEGO-Bauprojekte! Jetzt aber erstmal alle ab nach Dresden und entdecken, wie wir reisen.
LEGO und die Minifigur sind Marken der LEGO Gruppe. Fotos © Verkehrsmuseum Dresden und Jörg Stauvermann