Wa-wa-wa-Weihnachtszeit mit Aalhai* Ein besonderer Service für alle Freundinnen und Freunde der guten Unterhaltung.
Das Chrsitkind, äh, Christkind kann kommen! Ganz entspannt und auf noch nie dagewesene Art und Weise. Denn der Dezember 2025 bekommt seine erste ganz eigene Playlist.
DJ Resident Easy, der uns ja seit vielen Jahren mit seiner Reihe crispy christmas Freude macht, hat etwas Neues auf den Plattenteller gelegt: Wie im klassischen Adventskalender geht jeden Tag ein neues Türchen auf. Mit einem neuen jahreszeitlichen Song bis zum 31. Dezember 2025. Himmlisch! Adventskalender ohne Ende sozusagen. Also, alles, alles Gute und ganz viel Spaß! Schenkt Resident Easy einfach ein Save 🥰
Und hier nochmal das gesammelte unnütze Wissen aus den Emails zum Nachlesen und Weitergeben. Um nicht zu sagen: vor der versammelten ( ) Verwandtschaft, ( ) Nachbarschaft, ( ) Belegschaft Aufzutrumpfen. (Zutreffendes bitte ankreuzen)
1.12. Jimmy Buffet Christmas Island 1996
Jimmy Buffet (1946-2023) verkörperte den „Insel-Eskapismus” wie kein Zweiter. Seine Country-Musik war geprägt von tropischen Einflüssen und seine Fans nannte er gerne „Parrotheads“ oder „Landsharks“. Den Song, mit dem crispy christmas startet, hat er im Oktober 1996 veröffentlicht.
Im selben Jahr landete Buffett mit seinem Wasserflugzeug in der Karibik (an der jamaikanischen Westküste bei Negril) und wurde von den lokalen Behörden fälschlicherweise für einen Drogentransport gehalten. Die Jamaica Constabulary Force hat daher das Flugzeug einfach mal beschossen. Wie für Superstars üblich, war Jimmy Buffet nicht allein unterwegs. Mit an Bord waren auch U2-Sänger Bono mit seiner Frau und den Kindern sowie Chris Blackwell, der Gründer von Island Records. Glücklicherweise blieben alle Insassen unverletzt. Und das beschossene Flugzeug ist heute als Mega-Exponat in Buffets Margaritaville Café in Orlando zu sehen.
2.12. Paul Loren Let‘s Steal Away 2018
Paul Loren (*1984) ist Sänger, Songwriter, Produzent und ein echter Vollblut-Entertainer. Er gilt nicht ganz unberechtigt zu einem der führenden Vertreter gefühlvoller Crooner. Der gebürtige New Yorker wuchs mit Soul, klassischem Pop und dem Great American Songbook auf und fühlt sich daher in diesen Musikrichtungen offenbar auch am wohlsten. R&B, Jazz und Brill Building Pop finden sich in seinen Songs auch immer gerne wieder.
Ende der 2010er Jahre, während der auch der Song Let’s Steal Away entstand, wurde Loren von allen Seiten geliebt und gefeiert:
Jennifer Lopez hat ihn für ihre Geburtstagsgala in Las Vegas ausgewählt, Jimmy Fallon lud ihn in seine Tonight Show ein, er spielte im legendären Stax Museum of American Soul Music in Memphis, Tennessee und er nahm auch noch im weltberühmten Sun Studio auf.
Und – auch nicht vollkommen unwichtig – er ist in einem italienischen Haushalt aufgewachsen. Daher gehören italienische Spirituosen für ihn genauso zum Alltag wie Pasta und er entwickelt gerade einen eigenen Bitterlikör. Dazu sagt er selber: Ich habe mich einfach in die Lage einer italienischen Nonna versetzt. Was schmeckt gut? Was macht mich glücklich? Mein Rezept enthält viele Kräuter, Pflanzenextrakte und traditionelle Wurzeln und Rinden. Ich folge einem alten Familienrezept, das seit Generationen weitergegeben wird, aber ich passe es an, um es noch persönlicher zu gestalten.
Salute e buon periodo prenatalizio!
3.12. Jimmy Ruffin Farewell Is A Lonely Sound 1970
Jimmy Ruffin (1936-2014) ist der erste Musiker, den DJ Resident Easy ausgewählt hat, der kein reines Weihnachtslied beisteuert. Vorab nur kurz: Er war der ältere Bruder von David Ruffin, der auch Leadsänger bei den legendären Temptations war. 1961 erschien Jimmys erste Single Don’t Feel Sorry For Me beim kleinen Motown-Sublabel Miracle und 1966 veröffentlichte Motown What Becomes Of The Broken Hearted, der laut FAZ „als eines der besten Stücke, das Motown je veröffentlicht hat“ gilt und von Künstler*innen weltweit interpretiert wurde, darunter Tom Jones, Dave Stewart, Frankie Vallie, Bruce Springsteen oder die Funk Brothers.
Zwar stand Jimmy lange im Schatten seines Bruders, aber immerhin hat er das Angebot von Motown, selber Leadsänger der Temptations zu werden, ja auch abgelehnt. Dafür ist er jetzt mit Farewell Is A Lonely Sound bei crispy christmas dabei. Auch nicht schlecht. Und vor allem sehr weihnachtlich.
4.12. Dorthe Häng nicht alles an die große Glocke 1966
Langjährige Freundinnen und Freunde von crispy christmas wissen ja um die Bedeutung von Glockengeläut in Weihnachtsmusik. Bei Dorthe Larsen (*1947 in Kopenhagen) spielt die Glocke auch eine zentrale Rolle. Nicht erst seit Social Media ist ihr Titel Häng‘ nicht alles an die große Glocke ja eingeflügeltes Wort. Und Weihnachten ist ja auch die Zeit der Geheimnisse.
Wundern dürfte es die meisten allerdings, dass Dorthe Kollo ihren Nachnamen aus erster Ehe mit Opernsänger René Kollo hat. Ob ihr Vater, Kapellmeister des Symphonischen Orchesters Aarhus, so begeistert war, dass sie ihre größten Erfolge als deutsche Schlagersängerin feierte (Wärst du doch in Düsseldorf geblieben), ist nicht überliefert. Auch nicht, dass ganze Generationen von Karnevalsprinzen immer dachten, sie wäre echte Rheinländerin. Dass sie mit acht Jahren in ihrer Heimat Dänemark ihre erste Schallplatte aufnahm, hingegen schon. Diese hatte den sehr schönen und besonders vorweihnachtlichen Titel Min Piphans.
5.12. Harbour Lights Jing-A-Ling 2020
Bei meiner Recherche zu flotten und fröhlichen und hoffentlich weitestgehend unbekannten Weihnachtssongs bin ich auch auf diesen hier gestoßen. Es ist nicht viel über den Interpreten herauszubekommen. Außer dieser Info:
Harbour Lights ist ein elektronisches Abenteuer aus der Perspektive eines 22-Jährigen mit schwerer Schlaflosigkeit und einer Faszination für das Leben. Wenn man sagen kann, dass „alle Kunst nur die Nachahmung der Natur ist“, dann folgen Sie dieser wunderschönen Reise durch summende Akkorde und klappernde Snare-Drums zu einem Ort, an dem die Komposition Ihre schönsten Erinnerungen widerspiegelt.
Auf dem Youtube-Kanal von Harbour Lights taucht ein Gospelchor auf und ein Komponist namens Robert Dipietro, der vor allem mit seiner Musik in Werbeclips erfolgreich ist. Veröffentlicht über ein Musiklabel für unabhängige Musiker*innen ohne Plattenvertrag: CDBaby. Die Musiklandschaft entwickelt sich in alle Richtungen und auch crispy christmas bietet den erfahrenen Newcomern immer gerne eine Bühne. Vor allem, wenn es so groovt wie hier.
6.12. Tyler Aminson Glad Tidings For You And Your Loved Ones 2024
DJ Resident Easy ist ja vor allem bekannt für seine Integration von Tanzorchestern, die besonders gerne im Fernsehen der 70er Jahre auftraten, wie die Orchester von James Last, Max Greger, Klaus Hallen oder Kurt Edelhagen. Seit 25 Jahren grabe ich da immer wieder kleine Schätze aus und bin bei der Suche dann auch einen besonderen Schatz aus dieser Ära gestoßen. Dachte ich.
Denn hier ist dann wohl auch der erste und einzige – wie ich vermute – KI-generierte Song, der jemals bei crispy christmas für das Gefühl sorgen wird, als ob gleich das ZDF Fernsehballett die (Keller-)Treppe herunterkommt. In den Infos zum Lied habe ich nur einen Komponisten gefunden. Der wird aber wohl keine Familie zu Weihnachten einladen und mit Marzipankartoffeln, Fliederbeerpunsch und Gans abfüllen. Weil er einfach keine hat, der Bot. Tut mir leid. Ist mir zu spät aufgefallen. Aber an Nikolaus wissen wir vorher ja auch nicht, was im Stiefel steckt.
Aber ab August 2026 müssen Streaming-Plattformen ja künstlicher generierte Musik kenntlich machen. Bis dahin immer schön wachsam bleiben.
7.12. The Jive Turkeys Get Down Santa 2016
Endlich wieder echte Musik! Die Jive Turkeys bestehen aus Matt Amburgy an der Orgel, Terry Cole am Bass, Andrew DeRoberts an der Gitarre und Rob Houk am Schlagzeug. Sie lernten sich in Oxford, Ohio an der Miami University kennen. Fans von The Meters, Booker T. & The M. G. s und dem Funk-Revival-Sound werden mit Sicherheit begeistert sein. Produziert von Leroi Conroy.
Sie sind bei Colemine Records unter Vertrag. Das Label, das Terry Cole vor zehn Jahren gegründet und und bei dem auch Durand Jones & The Indications, The Dip oder Say She She unter Vertrag sind. Tja, und der Sitz der Plattenfirma wundert dann auch nicht mehr: Loveland. Mehr crispy christmas geht bald gar nicht. Und es ist erst der siebte Dezember!
8.12. Stefan Gwildis Weihnachten ich komm 2022
Der Hamburger Jung mit der Reibeisenstimme Stefan Gwildis wurde 1958 als Sohn einer theaterbegeisterten Hutmacherin und eines musikalischen Reifenhändlers geboren. Da konnte er als Kind ja fast nichts anderes tun, als zu singen. Mit Anfang 20 wurde er folgerichtig für Fecht- und Stuntszenen am Thalia-Theater ausgebildet.
Obwohl er bis heute keine Noten lesen kann und sich Musik daher „immer gemerkt“ hat, feiert er 2025 sein 50-jähriges Bühnenjubiläum. Er hat damit also genau 25 Jahre vor mir anfangen. Vorher, als er noch Lagerarbeiter war und Kaffeesäcke geschleppt hat, sagte ihm ein Kollege: Wenn es um Politik oder Religion geht, gibt es einen Satz: Machma wie du meinst, aber geh’ den andern nich aufn Sack! Daher gibt es wohl auch nicht viele Weihnachtslieder von ihm. Aber eins. Ganz in der Tradition von crispy christmas, mit Nach-Hause-kommen und großer Vorfreude.
9.12. Dad Harmony All I Want For Christmas Is You 2024
Weihnachten in Schweden, da freuen sich alle auf Pippi Langstrumpf feiert Weihnachten, Weihnachten in Bullerbü oder Lotta kann fast alles. Daher passen fünf Väter aus Skellefteå im Nordosten Schwedens als Dad Harmony ganz gut hierher. Die fünf wurden über Nacht zum Internetphänomen: Im Sommer 2022 traten sie bei einem Junggesellenabschied mit einem spontanen A-cappella-Song auf. Das Video dazu hat in kürzester Zeit Millionen von Menschen weltweit berührt.
Die Arrangements, Harmonien und Aufnahmen aus dem Alltag – oft mit ihren Kindern auf dem Arm oder am Küchentisch – haben die fröhlichen Schweden zu ihrer eigenen Mischung aus Musik, Herzlichkeit und Authentizität entwickelt. In diesem Jahr ging ihre erste große Europatournee mit ausverkauften Konzerten und überwältigender Resonanz zu Ende.
Also, auch alle jungen Eltern da draußen, immer schön aufpassen, wenn einem die Pferde durchgehen. Dann kann es sein, dass Weihnachten wirklich die einzige Zeit ist, in der die Muttis oder Vatis zuhause sind.
10.12. Nat King Cole Almost Like Being In Love 1953
Mit unzähligen Hits, darunter Unforgettable, L-O-V-E, Autumn Leaves, Route 66 oder The Christmas Song wurde Nat King Cole (1919-1965) weltberühmt. Er gilt als einer der erfolgreichsten Jazz-Künstler aller Zeiten.
Im November 1946 gelang ihm der erste Nummer-1-Hit mit (I Love You) For Sentimental Reasons. Zu Weihnachten 1946 und in den beiden darauffolgenden Jahren dominierte sein Hit The Christmas Song die Hitparade. Und sein bisher mit der Weihnachtszeit eher weniger assoziierte Song Almost Like Being In Love schafft es nun in die neue crispy christmas Kompilation. Vor allem weil der Song die positiv-swingende Botschaft der Liebe so schön transportiert. Das Lied wurde übrigens 1947 für das Musical „Brigadoon“ geschrieben. Es gab seitdem zahlreiche Interpretationen. Die von Nat King Cole war im Abspann von „Und täglich grüßt das Murmeltier“ zu hören. Damit dürfte sich heute auch endlich entscheiden, ob wir einen starken oder milden Winter bekommen.
Unter den Gabentisch will ich aber auch diese Infos nicht fallen lassen: „King“ Cole war echt starker Kettenraucher, er war trotz seines enormen Erfolgs immer wieder dem täglichen Rassismus ausgesetzt und seine Tochter Natalie Cole nahm seinen Hit Unforgettable 25 Jahre nach seinem Tod nochmal mit ihm im Duett auf. Sie gewann damit direkt einen Grammy. Und sie hat es 2023 mit ihrer Aufnahme von My Grown-Up Christmas List ebenfalls schon in eine crispy christmas Kompilation geschafft: Alles, alles Gute X crispy christmas. Wir sagen ganz herzlichen Glückwunsch!
11.12. Alicia Keys You Don‘t Have To Be Alone 2022
Alicia Keys (*1981) wuchs nach der Trennung ihrer Eltern bei ihrer Mutter im Viertel Hell’s Kitchen im New Yorker Stadtbezirk Manhattan auf. Mit fünf Jahren musste sie erstmals zum Ballett- und Klavierunterricht – ihre Mutter wollte sie von der Straße fern halten. Und in ihrer Jugend zog sie sich schon die Musik von Marvin Gaye, Donny Hathaway, Lauryn Hill, Prince und Stevie Wonder rein. Da wurde früh der Grundstein für ihre sensationelle Karriere gelegt.
Mittlerweile hat sie zwei eigene Söhne, Egypt und Genesis. Damit aber nicht genug. Ihr Ehemann Swizz Beatz hat noch drei Kinder aus seinen früheren Beziehungen mit in die Patchworkfamilie gebracht. Mit allen zusammen lebt Alicia immer noch in Hell’s Kitchen. Ob sie ihre Jungs auch mit fünf zum Ballett- und Klavierunterricht geschickt hat, weiß ich nicht. Auf jeden Fall haben sie alle interessante Namen zu Weihnachten bekommen.
Die Feiertage werden im Hause Keys-Beatz natürlich gemeinsam gefeiert. Denn wie singt sie so schön: You don’t have to be alone for Christmas. Ach so, am New Yorker Time Square, also direkt in ihrer Nachbarschaft, hat Alicia Keys 2016 (übrigens am Todestag von John Lennon) eines ihrer beeindruckendsten Konzerte gegeben: als Überraschung, kostenlos und flankiert von allen Leuchtreklamen, die dort installiert sind.
12.12. Sia Candy Cane Lane 2018
Sia (*1975) ist eine australische Sängerin und Songschreiberin. Bekannt ist sie vor allem durch ihre starke, einzigartige Stimme, die sie nicht nur musikalisch nutzt: Sie engagiert sich weltweit für Tierschutz und Tierrechte.
Einer ihrer größten Erfolge war der Song Titanium, den David Guetta mit ihrer Gesangsstimme produzierte, obwohl sie ihre Karriere als Sängerin bereits beendetet hatte. Und ursprünglich hatte sie den Song für Alicia Keys geschrieben. Ja, genau die mit den Jungs Egypt und Genesis – oder waren es Hell und Kitchen?
Naja, sie kam auf jeden Fall schon viel herum auf der Welt und ihre diverse Haltung als genderfluide Person wurde sichtbar: Ich bin immer schon mit Jungs und Mädchen ausgegangen und mit allem, was dazwischen ist. Es ist mir egal, welches Geschlecht du hast, es geht um den Menschen. Ich war da schon immer flexibel. Bei einem Auftritt in der The Howard Stern Show wurde Sia u.a. gefragt, ob sie religiös sei. Sie antwortete: Ich glaube an eine höhere Macht, die ich ‚Whatever Dude‘ nenne und ihn mir wie einen sonderbar surfenden Santa vorstelle, ähnlich wie meinen Opa, also ja.
Damit schließt sich der Kreis und Sia performt für crispy christmas in diesem Jahr ihren Naschikram-Weihnachtshit Candy Cane Lane. #leckerimmund
13.12. RIAN Entspannte Weihnachten 2023
Mitte der 90er Jahre geboren, wurde 2018 aus Florian Gruber RIAN. Der Mulitinstrumentalist aus Kärnten wurde vor allem durch seine englischsprachigen Mainstream-Pop-Hymnen zum Mitsingen bekannt. Seit ein paar Jahren hat er seine Heimatsprache entdeckt und kann so auch seinen mitunter schrägen Humor präziser artikulieren.
Wenn die Enkel oder Nachbarskinder also mal wieder Brownies auf die festlich geschmückte Kaffeetafel stellen, dürfen sich vorher der Völlerei nochmal alle tief in die geröteten Augen schauen.
Mit Entspannte Weihnachten trifft RIAN ja durchaus den Puls der Zeit, wobei es schon schöner ist, wenn vorher auch allen Beteiligten klar ist, dass sie gleich gemeinsam den Schlitten von Santa Claus weit hinter sich lassen. Das ist aber nur so ein tiefenentspannter crispy christmas Pro-Tipp für die Crew („Tante Grete“) und alle Reisenden mit und ohne Flugscham.
14.12. Diana Ross I‘m Still Waiting 1971
Diana Ross (*1944) prägte als Künstlerin die unterschiedlichsten Bereiche der Popmusik: Als Frontsängerin der Girlgroup The Supremes beeinflusste sie die Soul- und Popmusik der 1960er Jahre und auch ihre Plattenfirma Motown maßgeblich. In den 70er Jahren stieg sie „zur schillernden Superstar-Persönlichkeit auf, die jedes Genre populärer schwarzer Musik beherrschte“, u.a. mit sechs Nummer-1-Hits in den USA.
Diana zeigte auch als Schauspielerin ihre ganze Qualität. Mit den Jazz-Aufnahmen zu ihrem Oscar-nominierten Schauspieldebüt als Billie Holiday in Lady Sings the Blues war sie ebenso umjubelt wie ab Mitte der 1970er Jahre mit ihren Disco-Werken. Ihr weltweiter Mega-Hit Upside Down machte Diana Ross endlich auch im deutschsprachigen Raum zum absoluten Superstar.
Es gibt also wirklich viele Gründe, warum sie erneut bei crispy christmas dabei ist. Diesmal mit einer eher unbekannten Mädchen-trifft-und-wartet-auf-Jungen-Nummer, die mit ihren Harmonien und dem leichten Schellenkranz beim schleppenden Stomper jede noch so lahmende Weihnachtsfeier zum Grooven bringen sollte.
Kleiner, familiärer Funfact am Rande: Diana Ross war zweimal verheiratet und hat insgesamt fünf Kinder. Und sie hatte außerdem in den 1970ern eine kurzzeitige Beziehung mit dem Kiss-Musiker Gene Simmons. Ja, genau, der andere mit den Platteauschuhen.
15.12. Rissi Palmer Grown Up Christmas List 2008
Die Country-Sängerin Rissi Palmer wurde 1981 in Sewickley geboren, einem Vorort von Pittsburgh, Pennsylvania. Ihre Eltern stammten aus Georgia und ihre Mutter, die bereits 1988 starb, war ein großer Fan von Patsy Cline, während ihr Vater Musiker*innen wie Johnny Cash, Dolly Parton, Chaka Khan und Santana liebte.
Als Kind sang sie bei einem lokalen Fernsehsender im Team 11, vergleichbar mit dem Mickey Mouse Club. Ihren Durchbruch hatte sie 2007 mit ihrer Single „Country Girl“. Bahnbrechendes geschah allerdings erst im vergangenen Jahr: Das SPIN Magazine kürte ihr Debütalbum von 2007 zu einem der zehn wichtigsten Alben schwarzer Künstler – also 17 Jahre später. 2025 wurde sie zudem mit dem ACM Lift Every Voice Award für ihr Engagement für die Stärkung unterrepräsentierter Stimmen und für Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion in der Country-Musik ausgezeichnet. Als eine von nur neun schwarzen Künstlerinnen, die es in die Billboard Country Charts geschafft haben, prägt Rissi Palmer weiterhin die Musikwelt.
crispy christmas feiert sie mit ihrer Interpretation des inhaltlich hoffentlich bald mal an Aktualität verlierenden Hits Grown Up Christmas List.
16.12. Nick Lowe Christmas At The Airport 2013
Nick Lowe, geboren am 24. März 1949* in Good Old England, ist als Solokünstler der einen oder dem anderen durchaus bekannt. Als Produzent und mitunter auch Songschreiber von The Pretenders, The Damned oder von Elvis Costello hat er immerhin Musikgeschichte geschrieben. Und als er die Stieftochter von Johnny Cash heiratete, horchte auch die ganze Countrygemeinde auf.
In jedem Fall ist er ein sehr lustiger Typ, der die Musikbranche durch verschiedenste Aktionen immer wieder aufmischte. Er hat z.B. seine erste EP bei Stiff Records „Bowi“ benannt – wohl als Anspielung auf David Bowies Album „Low“. Und 2007 hat er mal gesagt, dass seine größte Angst in den letzten Jahren gewesen sei „bei dem zu bleiben, was man zu seiner Zeit als Star gemacht hat. Ich wollte nicht einer dieser schütter werdenden, dickbäuchigen alten Kerle sein, die immer noch die gleichen Nummern abziehen wie in jungen Jahren, als sie schlank und schön waren.“ Da kenne ich aber einige, die das auch mal denken könnten.
crispy christmas ist übrigens auch die ideale Playlist für alle, die es Weihnachten nicht nach Hause schaffen, wie auf Nick Lowes Song „Christmas At The Airport“, den er – rank und schlank wie eh und je – mit 64 Jahren eingespielt hat.
* Das ist hier jetzt alles kein Zufall mehr, Highke.
17.12. Ross Antony Ein weißes Wunderland 2020
Der gebürtige Engländer (*1974) und diplomierte Schauspieler Ross Antony – oder wie gute Freunde ihn nennen: Antony Ross – hat Musik im Blut. Bereits als Dreijähriger sammelte er erste Bühnenerfahrung. Popularität erreichte er anfangs in zahlreichen Musicals und Märchenspielen als Hauptdarsteller. In Deutschland z.B. als Claude (Hair in Bremen), als Joseph (Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat in Essen) oder als Tabaluga (Tabaluga & Lilli in Oberhausen).
Richtig bekannt wurde er dann im Jahr 2000 als Mitglied von Bro`Sis, der aus der zweiten Staffel der Castingshow Popstars hervorgegangenen Popband. Wie auch sein singender Moderatorenkollege Giovanni Zarrella. Dass Ross jetzt vor allem als Schlagersänger bekannt ist, stimmt nicht nur mich nachdenklich.
Denn er ist wirklich ein sehr gut gelaunter Zeitgenosse: lustig, positiv und direkt. Und er ist wohl einer der größten Weihnachtsfans, die je im deutschen Fernsehprogramm aufgetreten sind. Gemeinsam mit seinem Ehemann (dem Opernsänger Paul Reeves) schmückt er seine 12 bis 14 Weihnachtsbäume zuhause sehr britisch und springt gerne als geschenkverteilendes Rentier Rudolf in der Dekoration umher. Da könnte man ihm auch den Gewinn der Krone als Dschungelkönig 2008 verzeihen.
18.12. Jamie Cullum Christmas Caught Me Crying 2020
Der englische Singer-Songwriter Jamie Cullum (*1979) ist wohl der bodenständigste Superstar der internationalen Jazzszene. Sein Crossover-Stil ist geprägt von seiner Stimme und seinem recht früh entstandenem Verständnis der Verquickung von verschiedensten musikalischen Strömungen.
Mit 20 hat er seine Platten noch selber vertrieben. Mittlerweile gehört er zu den renommiertesten und erfolgreichsten Jazz-Musikern seiner Zeit. Ganz besonders im Ohr bleiben seine Interpretationen von bekannten Hits wie The Wind Cries Mary (Jimi Hendrix), Merry Xmas Everybody (Slade), Shape Of You (Ed Sheeran) oder What Difference A Day Makes (Dinah Washington).
Weihnachten wird im Hause Cullum im Londoner Bezirk Kensal Green vermutlich auch die neue crispy christmas laufen, wenn die ganze Familie da ist. Dazu gehören neben seinen Töchtern Lyra und Margot natürlich auch seine Frau Sophie Dahl. Vermutlich nicht kommen wird ihr Opa Roald Dahl (1916-1990), aber ganz bestimmt liest Jamie Roalds Urenkeln aus seinen Kinderbüchern The Gremlins, Charlie und die Schokoladenfabrik, Der fantastische Mr. Fox oder Matilda vor. Vollkommen auszuschließen ist auch nicht, dass Roald Dahl den Mann seiner Enkelin mit seinen Geschichten zu der vertonten Weihnachtserzählung Christmas Caught Me Crying inspiriert hat.
19.12. Todd Rundgren I Saw The Light 1972
Der amerikanische Sänger und Produzent Todd Rundgren (*1948) kennt sich aus im Business. Neben seiner eigenen Musik produzierte er u.a. Hall & Oates, Meatloaf, Patti Smith oder The Band. Als Gründungsmitglied von The Cars wurde er später sogar in die Rock’n Roll Hall of Fame aufgenommen.
Weihnachtlich-familiär ging es bei ihm auch zu: Von 1972 bis 1977 war er – wie es sich für Rockstars gehörte – mit dem Playmate Bebe Buell liiert. Nachdem sie sich von ihm getrennt hatte, erwartete sie recht zügig danach ein Kind. Allerdings von ihrer zwischenzeitlichen Affäre Aerosmith-Sänger Steven Tyler. Grund genug, sich wieder Todd zu zuwenden, der dann zunächst als offizieller Vater von Liv galt. Erst im späten Kindesalter erfuhr Liv Tyler, wer ihr wirklicher Vater ist.
War es ein Wunder? War es ein Geschenk? In jedem Fall hat Liv heute drei Kinder von zwei Männern, sowie drei Halbgeschwister und deutsche, englische, italienische und polnische Vorfahren. Da bleibt Weihnachten auch kein Auge trocken. Und Todd Rundgren jedenfalls hat das Licht gesehen, wie er ja in seinem Beitrag zu crispy christmas singt. Und freut sich auch darüber, dass sein unter Ritalin komponierter Song von anderen Stars wie Yukihiro Takahashi, Hermann Brood, Terry Hall oder Yo La Tengo gecovert wurde.
20.12. KYTES Hello (And It’s Christmas) 2021
Mit KYTES reiht sich eine Indie-Pop-Band aus München ein, die es erst seit zehn Jahren gibt und trotzdem mehr als nostalgisch klingt. Ursprünglich zu viert sind sie jetzt noch zu dritt auf den Spuren von Phoenix, Two Door Cinema Club oder Tame Impala unterwegs.
Die internationale Formation (Australien, Deutschland, Österreich, Türkei) hat ihren Weihnachtssong „Hello (And It’s Christmas)“ als Quartett eingespielt und die geneigten Zuhörer*innen erkennen schnell, dass sich vier Freunde zusammengetan haben, um musikalisch über die schönste Zeit des Jahres zu schwelgen.
Recht früh wurden sie für ihre Musik ausgezeichnet: 2015 gewannen sie in Australien den von der University of Canberra ausgelobten Song of the Year Award für „Inner Cinema“ und ein Jahr später gingen sie als Sieger beim New Music Award hervor. Und jetzt auch noch bei crispy christmas dabei!
Und wer immer noch nicht genug hat, kann sich ja ein Ticket für die kommende Europatour „Indie Rave Tour 2026/2027“ vom Christkind wünschen.
21.12. Max Richard Leßmann Wenn es Weihnachten wird 2017
Der gebürtige Paderborner („Pa-Pa-Paderborn, dort hab’ ich mein Herz verlor’n“) Max Richard Leßmann ist ja in Schleswig-Holstein aufgewachsen (Kiel, Husum). Im kommenden Jahr wird er wohl 35 Jahre alt. Dort kam er früh in Berührung mit der Musik von den Comedian Harmonists, den Beach Boys oder auch Burt Bacharach. Dass dabei lakonisch-melancholische Popmusik herauskommt, wundert ja niemanden.
Er ist im Großen und Ganzen als Solokünstler, Podcaster oder Buchautor kreativ. Größere Popularität erlangte er mit seinem Werk „Sylter Welle“ (Kiepenheuer & Witsch). Einigen dürfte er zudem als Sänger der Band Vierkanttretlager bekannt sein. Auch so eine Kombo, die sich in Husum gegründet hat.
Und dort spielt ja auch sein Beitrag zur diesjährigen crispy chrsitmas, äh, christmas. Schön in Szene gesetzt, wenn alle nach Hause kommen, auch die alte Liebe, die mittlerweile aber anderweitig vergeben ist. Gut, nach drei, vier Eierpunsch schieben sich manchmal auch rosarote Wolken durch die graue Stadt am Meer. Aber aufgepasst: Aristo’s Pub heißt jetzt Puzzles.
Und noch eine kleine Fußnote (am Rande): Fast wäre er auch bei meinem Jubiläumsfest Ende Mai aufgetreten, aber er wollte lieber aus seinen Werken lesen als daraus singen. Dazu lässt sich nur so schlecht mitsingen. Und gelesen haben ja auch schon Juliane Pieper und Susanne Fischer. Und mitgesungen wurde dann bei Bernd Begemann.
22.12. Carlene Davis Santa Claus (Do You Ever Go To The Ghetto) 1992
Die jamaikanische Sängerin (*1953) ist seit den 1970er Jahren als Reggae- und Gospel-Musikerin erfolgreich. Sie wurde in Colonels Ridge geboren, zog als Jugendliche nach England, gründete dort ihre erste reine Mädchenband, und von dort zog es die Familie nach Toronto. In Kanada angekommen, startete sie ihre Karriere mit Coverversionen von „Leaving On A Jetplane“ und „The Harder They Come“.
1980 kehrte sie als Reggae-Künstlerin zurück nach Jamaika, tourte dort von Festival zu Festival, hatte viele große Hits und wurde 1990 als beste Sängerin bei den Carribean Music Awards ausgezeichnet.
Als bei ihr 1996 Brustkrebs diagnostiziert wurde, nahm der christliche Glaube bei ihr wieder einen größeren Stellenwert ein. Seitdem engagiert sie sich bei verschiedensten Wohltätigkeitsorganisationen und spendet große Teile ihrer Einkünfte u.a. an die Jamaica Cancer Society (Krebs) oder Samaritan’s Purse (Ebola).
Wohltätigkeit ist ja auch in der Weihnachtszeit eine wichtige Sache. Wer kann, gibt doch immer gerne. Themen und Möglichkeiten gibt es derzeit ja mehr als genug. Daher stellt sich ja auch bei Carlenes crispy christmas Beitrag die Frage: „Santa Claus. do you ever go to the ghetto?“
23.12. The Gaslight Singers Oh! Dem Golden Slippers 1960s
Kein Weihnachtsfest ohne den kleinen Lord. Ganz besonders in Deutschland wird dieser Film mit der Weihnachtszeit verbunden und läuft im Dezember auf allen Kanälen. Der passende Smash-Hit – um nicht zu sagen Ohrwurm – ist das 1879 komponierte Lied „Oh, Dem Golden Slippers“. Hier mal in der Version der Gaslight Singers, die ihre größten Erfolge in den sechziger Jahren feierten.
Da war „Oh, Dem Golden Slippers“ schon ein Oldie. Aber was für einer! Meine Lieblingsgeschichte zu diesem vollkommen einprägsamen aber in der Weihnachtsmusik rücksichtslos ignorierten Bluegrass-Song ist diese: In den 70er Jahren gab es in Amerika verschiedene Fernsehspots für das Müsli „Golden Grahams“. Dazu wurden aus den „Slippers“ dann eben kurzerhand „Grahams“ und die Ohrwurm-Qualität bescherte den Frühstückscerealien enorme Bekanntheit. Und zwar so bekannt, dass der Song in der Müsli-Version sogar von Homer Simpson gesungen wurde. Als Homer in der Sipmsons-Folge Deep Space Homer vom 24. Februar 1994 nach einem Ausflug ins All wieder in die Erdatmosphäre eintrat sang er das Lied, um sich zu beruhigen. Die Referenz der Referenz der Referenz.
AB sofort steht dieser Song bei crispy christmas also ganz oben auf der Liste. Und der kleine Lord wird nicht die einzige TV-Patenschaft für ein Weihnachtslied übernehmen. Soviel sei gesagt.
24.12. Roger Cicero Bin Heute Abend Bei Dir 2007
Über den 2016 und mit 45 Jahren viel zu früh verstorbenen Roger Cicero gibt’s jede Menge Geschichten zu erzählen.
Aufgewachsen in Berlin-Grunewald als Sohn eines Jazzpianisten und einer Tänzerin, trat er bereits mit elf Jahren im Vorprogramm von Helen Vita auf und mit 16 gehörte er zum RIAS Tanzorchester unter der Leitung des legendären Horst Jankowski („A Walk In The Black Forest“). Gerade volljährig ging er ans Hohner-Konservatorium (Klavier, Gitarre, Gesang) und im Alter von 19 bis 22 war er mit dem Horst-Jankowski-Trio, dem Eugen-Cicero-Trio (von seinem Vater) und dem Bundesjugendjazzorchester unter der Leitung von Peter Herbolzheimer unterwegs.
Dass er in den Jahren danach stilistisch im Swing angekommen ist, ist ja kein Wunder. Eher schon, dass sich sein erstes deutschsprachiges Album Männersachen (2006) über 600.000 Mal verkaufte! Swingmusik mit deutschen Texten! Geliebt und gehasst gleichermaßen wurde er auf jeden Fall ein Symbol für Musik mit großem Arrangement und augenzwinkernden Texten sowie einem gepflegt-eleganten Erscheinungsbild, das ein sehr stimmiges Gesamtkonzept abgab.
Seine Familiengeschichte ist allerdings auch reich an eher traurigen Episoden. Seine Halbschwester „Babsi“ wurde 1977 bekannt als jüngste Drogentote Deutschlands – den meisten aus dem Buch „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ ein Begriff. Und er selber starb in Folge eines Hirninfarkts. Genau wie sein Vater 19 Jahre zuvor.
Umso tröstlicher, dass es sein eher unbekanntes Weihnachtslied es am Heiligen Abend in den crispy christmas Adventskalender geschafft hat. Fröhliche Weihnachten!
25.12. Astrid S Når snøen smelter (Tre nøtter til Askepott) 2021
Am ersten Weihnachtstag sitzt die ganze Familie zwischen den ausgepackten Geschenken vom Abend vorher und fragt sich „Jetzt ein Sektchen? Um 11? Ja, warum eigentlich nicht?“ Dann wird die Kiste angeworfen. Und was läuft? Drei Nüsse für Aschenbrödel!
Aber nicht in der klassischen Version von 1973. Da sollte ja bei der großen Schlussszene (Aschenbrödel verliert den Schuh) am Jagdschloss Moritzburg bei Dresden, das wie alle wissen 1730 unter der Herrschaft von Kurfürst August dem Starken durch Matthäus Daniel Pöppelmann vollendet wurde, Kunstschnee aus Polystyrol und Fischmehl verwendet werden. Bah! Zum Glück hat es vor Beginn der Dreharbeiten noch angefangen zu schneien.
Ganz anders in der norwegischen Fassung von 2021. Da wurde direkt in Lillehammer, dem Jotunheimen-Gebirge sowie in Litauen gedreht. Alles sehr schneesicher. Und die Hauptdarstellerin Astrid Smeplass (*1996), die den heutigen Song beisteuert, hat hier ihr Schauspieldebüt gegeben. Astrid S, so ihr Künstlerinnenname, nahm mit 16 an der Castingshow Idol teil und wurde fünfte. Grund genug, die Schule abzubrechen und voll auf die Musik zu setzen. Seitdem ist sie allerdings wirklich eine Größe in der norwegischen Poplandschaft. Und darüber hinaus.Und durch ihren Auftritt bei
crispy christmas mit dem Titellied aus „Tre nøtter til Askepott“ startet sie womöglich jetzt auch in Deutschland richtig durch. Fröhliche Weihnachten!
26.12. Nathan Curtis Jingle Bells 2020
Der aus Los Angeles stammende Musiker Nathan Curtis hat sich der Retrosoulmusik verschrieben. Klingt wie eine alte Scheibe von Motwon oder Stax Records. Ist aber noch ganz frisch. Und auch sonst ist er ein recht unbeschriebenes Blatt.
Seine Musik veröffentlicht er bei Street Lamp Records. Diese Truppe veröffentlicht verschiedene Musiker*innen und Bands, darunter Nathan Curtis, The Program, Nate Highfield oder die Surfband Broken Halos. Alle wurden durch ihre Arbeiten für Netflix, T-Mobile, Toyota oder andere global tätigen Unternehmen eher unbekannt. Also die Musik ist sehr bekannt, nur die Künstler im Hintergrund eher nicht so.
crispy christmas will das ändern. Also aufgedreht und mitgesungen! Denn immerhin ist „Jingle Bells“ ja schon rund 175 Jahre alt und wurde ursprünglich unter dem Titel „The One Horse Open Sleigh“ komponiert. Lustig ist übrigens auch, dass es im ganzen Lied keinen einzigen Bezug zu Weihnachten gibt, denn es ist eigentlich eine kleine Komposition über Jugendliche beim Pferdeschlittenrennen.
Bisher haben es schon 14 verschiedene Versionen in die Charts geschafft und es war das erste Lied, das aus dem Weltraum übertragen wurde. Auch so eine super Geschichte, denn die beiden Gemini-6-Astronauten Tom Stafford und Wally Schirra erlaubten sich einen Scherz mit der Bodenkontrollstation (am 16.12.1969), als sie berichteten, dass sich ein Objekt nähert, das aussieht wie ein Satellit, der von Norden nach Süden wandert, wahrscheinlich im polaren Orbit … ein Kommandomodul und acht kleinere Module davor … der Pilot des Kommandomoduls trägt einen roten Anzug …
Dann holten sie eine dafür heimlich mitgebrachte Mundharmonika und einen Schellenkranz heraus und spielten „Jingle Bells“. Beide Instrumente sind heute im National Air and Space Museums in Washington D.C. zu bestaunen. Fröhliche Weihnachten!
27.12. Vicky Leandros Danke 1966
Die Griechin Vicky Leandros (*1952) hat sich ja durch verschiedene Lieder ins deutsche Gedächtnis eingebrannt. Ob „Messer, Gabel, Schere, Licht“, „L’armour est bleu“, „Ich liebe das Leben“, „Goodbye My Love Goodbye“ oder „Theo, wir fahr’n nach Lodz“ (hier allerdings auch gerne in der Version von Otto Waalkes) – allesamt unvergessen.
Mit sechs Jahren kam sie mit ihren Eltern nach Hamburg und lebte im Stadtteil Wandsbek. Zwischen 1986 und 2005 kletterte sie auf der gesellschaftlichen Leiter ein paar ordentliche Stufen nach oben und trug sie den Titel Freifrau von Ruffin und lebte auf Gut Basthorst in Schleswig-Holstein (wo übrigens auch der Gin des Weinguts Waalem gebrannt wird), die feine Dame. Mittlerweile wohnt sie wieder in Hamburg. Jetzt standesgemäß in Harvestehude.
Gut. Weihnachten ist vorbei und alle freuen sich auf das freie Wochenende. Zeit, endlich mal „Danke“ zu sagen: für die schöne Weihnachtszeit, die Geschenke, die letzte Schneeballschlacht, die Magentabletten. Und wie ginge das schöner, als mit der vollaufgedrehten cripsy christmas goes 2026 und Vicky Leandros’ zu unrecht unterschätzen Kracher „Danke“, der sich auf ihrem ersten Album „Songs und Folklore“ von 1966 befindet.
28.12. The Aquabats! Holiday Road! 2021
„Nun wurde es Zeit für die Party“, wie Steve Martin als Erzähler in dem Film Der Vater der Braut über seinen Sohn sagt. Der Film hat mit diesem Lied nur insofern etwas zu tun, als dass die legendäre Hauptdarstellerin Diane Keaton in diesem Jahr gestorben ist und wie keine andere große Freude in ihren besten Jahren verkörperte. Zwar ging es in dem Film nicht um den großen Jahresabschluss sondern um die Hochzeit der gemeinsamen Tochter. Für beide Fälle (und viele andere Gründe zum Feiern) gäbe es natürlich eine Menge Lieder.
Mit „Holiday Road“, 1983 von Lindsay Buckingham, dem Leadsänger und Gitarristen von Fleetwood Mac, geschrieben für die Komödie National Lampoon’s European Vacation, in der es grob um die Familie Griswold geht, die bei einer Game Show einen All-Inclusive-Trip nach Europa gewonnen haben, nur, um dort Chaos zu stiften, findet eine weitere Coverversion ihre Auswahl in die neue crispy christmas.
Und zwar von der mehr als übertrieben lustigen Kapelle The Aquabats! Bekannt ist die 1994 im südkalifornischen Huntigton Beach gegründete Band anfangs für ihre Mischung aus Surf-Rock und Ska. Später kamen elektronische Einflüsse hinzu. Mit ihrem ersten Album „The Return Of the Aquabats“ haben sie schon mal gesagt, wohin die Reise geht.
The Aquabats! treten natürlich in Superheldenkostümen auf. Alle Bandmitglieder haben auch Superheldennamen wie Chainsaw The Prince Of Karate, Ricky Fitness oder auch The MC Bat Commander. In ihrer Biografie ist zu lesen, dass sie von der versteckten paradiesischen Insel Aquabania stammen. Von dort wurden sie jedoch vom Superschurken Space Monster M vertrieben. Also flohen sie in einem ausgehöhlten Baumstamm übers Meer und kamen so nach Kalifornien. Dort fand sie Professor Monty Corndog und machte sie durch Chemikalien zu Superhelden, die sich jedoch in ihrer Freizeit als Musikgruppe tarnen. Yay!
Wenn die Aquabats den o.g. All-Inklusive-Chaos-Trip gewonnen hätten, wäre ich gerne mit der jungen Diane Keaton dabei gewesen.
29.12. Larry Santos Sweet Caroline 1970
Der Mitsingknaller schlechthin! Neil Diamond (*1941), nicht wenigen bekannt für seine mehr als kitschige Musik zur Verfilmung des Romans von Richard Bach Die Möwe Jonathan, hat sich 1969 damit wirklich unsterblich gemacht. Und er ist auf Sportveranstaltungen, Zwischen-den-Tagen-Parties oder Nachbarschaftsfesten gleichermaßen beliebt.
Ganz offiziell zugegeben hat Neil Diamond erst 2007, dass er von einem Foto der damals neunjährigen Caroline (*1957) inspiriert worden sei. Der Tochter von John F. Kennedy und heutigen Botschafterin der USA in Japan und Australien. Gewidmet hat er das Lied allerdings seiner Ex-Frau Marcia Murphy, die nach der Scheidung 1995 rund 100 Millionen Dollar Abfindung erhielt – nur brauchte er einen dreisilbigen Vornamen. Für mich ist Mar – Ci – A zwar auch dreisilbig, aber gut. 2007 hat der gute Neil die 100 Mios durch Tantiemen und Lizenzen des Songs bestimmt wieder drin gehabt. Da war er dann milde gestimmt.
In der Version von Larry Santos, einem amerikanischen Singer-Songwriter („Candy Girl“ hat er für The Four Seasons geschrieben), der eine ordentliche Karriere als Schreiber von Werbejingles gemacht hat (Pan Am, Chevrolet, Marathon Oil, Budweiser), knallt es für meinen Geschmack noch etwas mehr als in der Originalfassung.
Die zwei allerallerbesten Interpretationen überhaupt hat allerdings Bernd Begemann am 2. September 2023 und am 30. Mai 2025 bei uns im Garten (hinten: 2023, vorne: 2025) hingelegt. Alle, die dabei waren, erinnern sich sicherlich mit großer Freude. Leider gibt es davon keine veröffentliche Fassung, sonst würde die jetzt hier bei crispy christmas laufen.
30.12. Lady Gaga & Bruno Mars Die With A Smile (Acoustic) 2024
Zwei der größten Superstars unserer Zeit geben sich hier ein Stell-Dich-Ein zum großen Jahresfinale: Lady Gaga (*1986 als Stefani Joanne Angelina Germanotta in New York) und Bruno Mars (*1985 als Peter Eugene Hernandez in Honolulu) haben sich zusammen gefunden, um vom Feeling und des Inhalts eigentlich einen James-Bond-Song zu schreiben. Im übrigen gemeinsam mit D’Mile, Andrew Woman und James Fauntleroy (Nein, das ist nicht der Neffe vom kleinen Lord, obwohl es thematisch natürlich ein Kracher gewesen wäre).
Es geht um das große Ende und wer dann mit wem eigentlich die letzten Momente verbringen möchte. Wie am Jahresende so üblich: Mit wem willst du feiern? Wer bringt einen Salat (mit Avocados, Eiern, Silberzwiebeln, Mett) mit? Wer kommt wieder alleine? Wer hat als erstes einen kleben? Und wer heult, tanzt, schwadroniert erneut den ganzen Abend rum?
Bei James Bond sieht es einen Tag vor Silvester wohl aus wie sonst auch im ganzen Jahr: Im schicken Abenddress mit einigen sehr eleganten Begleitungen an einer mondänen Bar ein paar Signature-Drinks ordern, dabei süffisant lächeln, sich kennend-zufrieden umschauen und später noch einer entspannten Partie Baccara (oder auch FarAway, Street Fighter 4, Bierpong) frönen. Anschließend – nach einem etwas übertriebenen aber dennoch spektakulären und mit Applaus bedachten Feuerwerk – ab in die gestärkte Bettwäsche, um dann festzustellen, dass dort vorher a) der Afghanische Windhund alles vollgehaart hat, b) die drei kleinen Kinder der Zwillingsschwester ihre Schoko-Crossies, Himbeer-Quetschies und Chips (mit Currywurstflavour) einmassiert haben oder c) ja gar keine gestärkte Bettwäsche aufgezogen worden ist, weil es ja doch wieder nur für das 10-Bett-Zimmer der Jugendherberge Herne gereicht hat.
Aber schwamm drüber, Silvester ist ja eh erst in einem Tag. Wer allerdings jetzt flott ist, kann für heute oder morgen noch Tickets für die New Year’s Eve Party mit Bruno Mars im Park MGM in Las Vegas ergattern. Vielleicht kommt Lady Gaga ja auch. In jedem Fall freuen sich beide, endlich auch mal bei crispy christmas dabei sein zu dürfen.
31.12. Dan & Shay Happy New Year 2024
Daniel Smyers (*1987 in Wexford, Pennsylvania) und Shay Mooney (*1991 in Natural Day, Arkansas) lernten sich 2012 in Nashville kennen, wo sie nach der Schule landeten. Ein Jahr später unterzeichneten sie bereits einen Vertrag bei Warner. Zackizacki. Das erste Album Where It All Began kam aus dem Stand auf Platz 1 der US-Countrycharts.
Außer ihren Erfolgen als Musiker gibt’s über die beiden nicht viel zu berichten. Außer vielleicht, dass es bei der Bilddatenbank Getty Images 4.335 hochauflösende Fotos der beiden gibt. Klingt erstmal viel. Der Vergleich zu Beyoncé (77.836), Johnny Cash (1), Uriah Heep (1.819) oder Juliane Wedding (182) sagt so gar nichts aus. Aber die Zahlen von Udo Lindenberg (4.539) zeigen ungefähr die Bedeutung der beiden Amerikaner für wen auch immer.
Ihr Song jedenfalls hätte auch von Udo nicht geschmeidiger performt werden können. Nur etwas hingeschnodderter. Ein ruhig-sentimentaler Rückblick auf das vergangene Jahr mit einem schön-melancholischen Gesamtfeeling für die besten Wünschen zum neuen Jahr: Peace, Love and Harmony. Und dem Segen von oben. Können alle ganz gut gebrauchen. Und ich schließe mich einfach an:
Ein fröhliches, gesundes und harmonisches Neues Jahr für euch alle! Und Frieden überall.
Zwar können wir da global wohl herzlich wenig zu beitragen. Aber immerhin in unserer Umgebung und Nachbarschaft für Momente der Freude, Hilfsbereitschaft und Geselligkeit sorgen.
Auf jeden Fall auch vielen Dank für eure Aufmerksamkeit. Ich hoffe, ihr hattet ein wenig Spaß und könnt bei der einen oder anderen Party heute Abend mit eurem neuen Spezialwissen glänzen.
Quellen: Alle Infos habe ich umfassend recherchiert. Viele Infos habe ich auf den Websites der Bands gefunden, in Fachmagazinen entdeckt, über die verschiedenen Plattenfirmen/Labels herausgefunden, in den Tiefen von Spotify zu Tage gefördert, auf Wikipedia gelesen oder aus den diversen Medienportalen und Mediatheken (Youtube, NDR, RTL, ARD, ZDF, arte, usw.) herausgefiltert.
Sollte es den einen oder anderen Fehler geben oder Quellenangaben präzisiert werden, freue ich mich über eine kurze Nachricht. Alle Angaben ohne Gewehr. Peace!
crispy christmas
Wyk auf Föhr
Grafikdesign, Kuration, Packaging
Gestalterisch-musikalische Betreuung seit 2000
Wa-wa-wa-Weihnachtszeit mit Aalhai*
Ein besonderer Service für alle Freundinnen und Freunde der guten Unterhaltung.
Das Chrsitkind, äh, Christkind kann kommen! Ganz entspannt und auf noch nie dagewesene Art und Weise. Denn der Dezember 2025 bekommt seine erste ganz eigene Playlist.
DJ Resident Easy, der uns ja seit vielen Jahren mit seiner Reihe crispy christmas Freude macht, hat etwas Neues auf den Plattenteller gelegt: Wie im klassischen Adventskalender geht jeden Tag ein neues Türchen auf. Mit einem neuen jahreszeitlichen Song bis zum 31. Dezember 2025. Himmlisch! Adventskalender ohne Ende sozusagen. Also, alles, alles Gute und ganz viel Spaß! Schenkt Resident Easy einfach ein Save 🥰
Und hier nochmal das gesammelte unnütze Wissen aus den Emails zum Nachlesen und Weitergeben. Um nicht zu sagen: vor der versammelten ( ) Verwandtschaft, ( ) Nachbarschaft, ( ) Belegschaft Aufzutrumpfen. (Zutreffendes bitte ankreuzen)
1.12.
Jimmy Buffet
Christmas Island
1996
Jimmy Buffet (1946-2023) verkörperte den „Insel-Eskapismus” wie kein Zweiter. Seine Country-Musik war geprägt von tropischen Einflüssen und seine Fans nannte er gerne „Parrotheads“ oder „Landsharks“. Den Song, mit dem crispy christmas startet, hat er im Oktober 1996 veröffentlicht.
Im selben Jahr landete Buffett mit seinem Wasserflugzeug in der Karibik (an der jamaikanischen Westküste bei Negril) und wurde von den lokalen Behörden fälschlicherweise für einen Drogentransport gehalten. Die Jamaica Constabulary Force hat daher das Flugzeug einfach mal beschossen. Wie für Superstars üblich, war Jimmy Buffet nicht allein unterwegs. Mit an Bord waren auch U2-Sänger Bono mit seiner Frau und den Kindern sowie Chris Blackwell, der Gründer von Island Records. Glücklicherweise blieben alle Insassen unverletzt. Und das beschossene Flugzeug ist heute als Mega-Exponat in Buffets Margaritaville Café in Orlando zu sehen.
2.12.
Paul Loren
Let‘s Steal Away
2018
Paul Loren (*1984) ist Sänger, Songwriter, Produzent und ein echter Vollblut-Entertainer. Er gilt nicht ganz unberechtigt zu einem der führenden Vertreter gefühlvoller Crooner. Der gebürtige New Yorker wuchs mit Soul, klassischem Pop und dem Great American Songbook auf und fühlt sich daher in diesen Musikrichtungen offenbar auch am wohlsten. R&B, Jazz und Brill Building Pop finden sich in seinen Songs auch immer gerne wieder.
Ende der 2010er Jahre, während der auch der Song Let’s Steal Away entstand, wurde Loren von allen Seiten geliebt und gefeiert:
Jennifer Lopez hat ihn für ihre Geburtstagsgala in Las Vegas ausgewählt,
Jimmy Fallon lud ihn in seine Tonight Show ein,
er spielte im legendären Stax Museum of American Soul Music in Memphis, Tennessee
und er nahm auch noch im weltberühmten Sun Studio auf.
Und – auch nicht vollkommen unwichtig – er ist in einem italienischen Haushalt aufgewachsen. Daher gehören italienische Spirituosen für ihn genauso zum Alltag wie Pasta und er entwickelt gerade einen eigenen Bitterlikör. Dazu sagt er selber: Ich habe mich einfach in die Lage einer italienischen Nonna versetzt. Was schmeckt gut? Was macht mich glücklich? Mein Rezept enthält viele Kräuter, Pflanzenextrakte und traditionelle Wurzeln und Rinden. Ich folge einem alten Familienrezept, das seit Generationen weitergegeben wird, aber ich passe es an, um es noch persönlicher zu gestalten.
Salute e buon periodo prenatalizio!
3.12.
Jimmy Ruffin
Farewell Is A Lonely Sound
1970
Jimmy Ruffin (1936-2014) ist der erste Musiker, den DJ Resident Easy ausgewählt hat, der kein reines Weihnachtslied beisteuert. Vorab nur kurz: Er war der ältere Bruder von David Ruffin, der auch Leadsänger bei den legendären Temptations war. 1961 erschien Jimmys erste Single Don’t Feel Sorry For Me beim kleinen Motown-Sublabel Miracle und 1966 veröffentlichte Motown What Becomes Of The Broken Hearted, der laut FAZ „als eines der besten Stücke, das Motown je veröffentlicht hat“ gilt und von Künstler*innen weltweit interpretiert wurde, darunter Tom Jones, Dave Stewart, Frankie Vallie, Bruce Springsteen oder die Funk Brothers.
Zwar stand Jimmy lange im Schatten seines Bruders, aber immerhin hat er das Angebot von Motown, selber Leadsänger der Temptations zu werden, ja auch abgelehnt. Dafür ist er jetzt mit Farewell Is A Lonely Sound bei crispy christmas dabei. Auch nicht schlecht. Und vor allem sehr weihnachtlich.
4.12.
Dorthe
Häng nicht alles an die große Glocke
1966
Langjährige Freundinnen und Freunde von crispy christmas wissen ja um die Bedeutung von Glockengeläut in Weihnachtsmusik. Bei Dorthe Larsen (*1947 in Kopenhagen) spielt die Glocke auch eine zentrale Rolle. Nicht erst seit Social Media ist ihr Titel Häng‘ nicht alles an die große Glocke ja eingeflügeltes Wort. Und Weihnachten ist ja auch die Zeit der Geheimnisse.
Wundern dürfte es die meisten allerdings, dass Dorthe Kollo ihren Nachnamen aus erster Ehe mit Opernsänger René Kollo hat. Ob ihr Vater, Kapellmeister des Symphonischen Orchesters Aarhus, so begeistert war, dass sie ihre größten Erfolge als deutsche Schlagersängerin feierte (Wärst du doch in Düsseldorf geblieben), ist nicht überliefert. Auch nicht, dass ganze Generationen von Karnevalsprinzen immer dachten, sie wäre echte Rheinländerin. Dass sie mit acht Jahren in ihrer Heimat Dänemark ihre erste Schallplatte aufnahm, hingegen schon. Diese hatte den sehr schönen und besonders vorweihnachtlichen Titel Min Piphans.
5.12.
Harbour Lights
Jing-A-Ling
2020
Bei meiner Recherche zu flotten und fröhlichen und hoffentlich weitestgehend unbekannten Weihnachtssongs bin ich auch auf diesen hier gestoßen. Es ist nicht viel über den Interpreten herauszubekommen. Außer dieser Info:
Harbour Lights ist ein elektronisches Abenteuer aus der Perspektive eines 22-Jährigen mit schwerer Schlaflosigkeit und einer Faszination für das Leben. Wenn man sagen kann, dass „alle Kunst nur die Nachahmung der Natur ist“, dann folgen Sie dieser wunderschönen Reise durch summende Akkorde und klappernde Snare-Drums zu einem Ort, an dem die Komposition Ihre schönsten Erinnerungen widerspiegelt.
Auf dem Youtube-Kanal von Harbour Lights taucht ein Gospelchor auf und ein Komponist namens Robert Dipietro, der vor allem mit seiner Musik in Werbeclips erfolgreich ist. Veröffentlicht über ein Musiklabel für unabhängige Musiker*innen ohne Plattenvertrag: CDBaby. Die Musiklandschaft entwickelt sich in alle Richtungen und auch crispy christmas bietet den erfahrenen Newcomern immer gerne eine Bühne. Vor allem, wenn es so groovt wie hier.
6.12.
Tyler Aminson
Glad Tidings For You And Your Loved Ones
2024
DJ Resident Easy ist ja vor allem bekannt für seine Integration von Tanzorchestern, die besonders gerne im Fernsehen der 70er Jahre auftraten, wie die Orchester von James Last, Max Greger, Klaus Hallen oder Kurt Edelhagen. Seit 25 Jahren grabe ich da immer wieder kleine Schätze aus und bin bei der Suche dann auch einen besonderen Schatz aus dieser Ära gestoßen. Dachte ich.
Denn hier ist dann wohl auch der erste und einzige – wie ich vermute – KI-generierte Song, der jemals bei crispy christmas für das Gefühl sorgen wird, als ob gleich das ZDF Fernsehballett die (Keller-)Treppe herunterkommt. In den Infos zum Lied habe ich nur einen Komponisten gefunden. Der wird aber wohl keine Familie zu Weihnachten einladen und mit Marzipankartoffeln, Fliederbeerpunsch und Gans abfüllen. Weil er einfach keine hat, der Bot. Tut mir leid. Ist mir zu spät aufgefallen. Aber an Nikolaus wissen wir vorher ja auch nicht, was im Stiefel steckt.
Aber ab August 2026 müssen Streaming-Plattformen ja künstlicher generierte Musik kenntlich machen. Bis dahin immer schön wachsam bleiben.
7.12.
The Jive Turkeys
Get Down Santa
2016
Endlich wieder echte Musik! Die Jive Turkeys bestehen aus Matt Amburgy an der Orgel, Terry Cole am Bass, Andrew DeRoberts an der Gitarre und Rob Houk am Schlagzeug. Sie lernten sich in Oxford, Ohio an der Miami University kennen. Fans von The Meters, Booker T. & The M. G. s und dem Funk-Revival-Sound werden mit Sicherheit begeistert sein. Produziert von Leroi Conroy.
Sie sind bei Colemine Records unter Vertrag. Das Label, das Terry Cole vor zehn Jahren gegründet und und bei dem auch Durand Jones & The Indications, The Dip oder Say She She unter Vertrag sind. Tja, und der Sitz der Plattenfirma wundert dann auch nicht mehr: Loveland. Mehr crispy christmas geht bald gar nicht. Und es ist erst der siebte Dezember!
8.12.
Stefan Gwildis
Weihnachten ich komm
2022
Der Hamburger Jung mit der Reibeisenstimme Stefan Gwildis wurde 1958 als Sohn einer theaterbegeisterten Hutmacherin und eines musikalischen Reifenhändlers geboren. Da konnte er als Kind ja fast nichts anderes tun, als zu singen. Mit Anfang 20 wurde er folgerichtig für Fecht- und Stuntszenen am Thalia-Theater ausgebildet.
Obwohl er bis heute keine Noten lesen kann und sich Musik daher „immer gemerkt“ hat, feiert er 2025 sein 50-jähriges Bühnenjubiläum. Er hat damit also genau 25 Jahre vor mir anfangen. Vorher, als er noch Lagerarbeiter war und Kaffeesäcke geschleppt hat, sagte ihm ein Kollege: Wenn es um Politik oder Religion geht, gibt es einen Satz: Machma wie du meinst, aber geh’ den andern nich aufn Sack! Daher gibt es wohl auch nicht viele Weihnachtslieder von ihm. Aber eins. Ganz in der Tradition von crispy christmas, mit Nach-Hause-kommen und großer Vorfreude.
9.12.
Dad Harmony
All I Want For Christmas Is You
2024
Weihnachten in Schweden, da freuen sich alle auf Pippi Langstrumpf feiert Weihnachten, Weihnachten in Bullerbü oder Lotta kann fast alles. Daher passen fünf Väter aus Skellefteå im Nordosten Schwedens als Dad Harmony ganz gut hierher. Die fünf wurden über Nacht zum Internetphänomen: Im Sommer 2022 traten sie bei einem Junggesellenabschied mit einem spontanen A-cappella-Song auf. Das Video dazu hat in kürzester Zeit Millionen von Menschen weltweit berührt.
Die Arrangements, Harmonien und Aufnahmen aus dem Alltag – oft mit ihren Kindern auf dem Arm oder am Küchentisch – haben die fröhlichen Schweden zu ihrer eigenen Mischung aus Musik, Herzlichkeit und Authentizität entwickelt. In diesem Jahr ging ihre erste große Europatournee mit ausverkauften Konzerten und überwältigender Resonanz zu Ende.
Also, auch alle jungen Eltern da draußen, immer schön aufpassen, wenn einem die Pferde durchgehen. Dann kann es sein, dass Weihnachten wirklich die einzige Zeit ist, in der die Muttis oder Vatis zuhause sind.
10.12.
Nat King Cole
Almost Like Being In Love
1953
Mit unzähligen Hits, darunter Unforgettable, L-O-V-E, Autumn Leaves, Route 66 oder The Christmas Song wurde Nat King Cole (1919-1965) weltberühmt. Er gilt als einer der erfolgreichsten Jazz-Künstler aller Zeiten.
Im November 1946 gelang ihm der erste Nummer-1-Hit mit (I Love You) For Sentimental Reasons. Zu Weihnachten 1946 und in den beiden darauffolgenden Jahren dominierte sein Hit The Christmas Song die Hitparade. Und sein bisher mit der Weihnachtszeit eher weniger assoziierte Song Almost Like Being In Love schafft es nun in die neue crispy christmas Kompilation. Vor allem weil der Song die positiv-swingende Botschaft der Liebe so schön transportiert. Das Lied wurde übrigens 1947 für das Musical „Brigadoon“ geschrieben. Es gab seitdem zahlreiche Interpretationen. Die von Nat King Cole war im Abspann von „Und täglich grüßt das Murmeltier“ zu hören. Damit dürfte sich heute auch endlich entscheiden, ob wir einen starken oder milden Winter bekommen.
Unter den Gabentisch will ich aber auch diese Infos nicht fallen lassen: „King“ Cole war echt starker Kettenraucher, er war trotz seines enormen Erfolgs immer wieder dem täglichen Rassismus ausgesetzt und seine Tochter Natalie Cole nahm seinen Hit Unforgettable 25 Jahre nach seinem Tod nochmal mit ihm im Duett auf. Sie gewann damit direkt einen Grammy. Und sie hat es 2023 mit ihrer Aufnahme von My Grown-Up Christmas List ebenfalls schon in eine crispy christmas Kompilation geschafft: Alles, alles Gute X crispy christmas. Wir sagen ganz herzlichen Glückwunsch!
11.12.
Alicia Keys
You Don‘t Have To Be Alone
2022
Alicia Keys (*1981) wuchs nach der Trennung ihrer Eltern bei ihrer Mutter im Viertel Hell’s Kitchen im New Yorker Stadtbezirk Manhattan auf. Mit fünf Jahren musste sie erstmals zum Ballett- und Klavierunterricht – ihre Mutter wollte sie von der Straße fern halten. Und in ihrer Jugend zog sie sich schon die Musik von Marvin Gaye, Donny Hathaway, Lauryn Hill, Prince und Stevie Wonder rein. Da wurde früh der Grundstein für ihre sensationelle Karriere gelegt.
Mittlerweile hat sie zwei eigene Söhne, Egypt und Genesis. Damit aber nicht genug. Ihr Ehemann Swizz Beatz hat noch drei Kinder aus seinen früheren Beziehungen mit in die Patchworkfamilie gebracht. Mit allen zusammen lebt Alicia immer noch in Hell’s Kitchen. Ob sie ihre Jungs auch mit fünf zum Ballett- und Klavierunterricht geschickt hat, weiß ich nicht. Auf jeden Fall haben sie alle interessante Namen zu Weihnachten bekommen.
Die Feiertage werden im Hause Keys-Beatz natürlich gemeinsam gefeiert. Denn wie singt sie so schön: You don’t have to be alone for Christmas. Ach so, am New Yorker Time Square, also direkt in ihrer Nachbarschaft, hat Alicia Keys 2016 (übrigens am Todestag von John Lennon) eines ihrer beeindruckendsten Konzerte gegeben: als Überraschung, kostenlos und flankiert von allen Leuchtreklamen, die dort installiert sind.
12.12.
Sia
Candy Cane Lane
2018
Sia (*1975) ist eine australische Sängerin und Songschreiberin. Bekannt ist sie vor allem durch ihre starke, einzigartige Stimme, die sie nicht nur musikalisch nutzt: Sie engagiert sich weltweit für Tierschutz und Tierrechte.
Einer ihrer größten Erfolge war der Song Titanium, den David Guetta mit ihrer Gesangsstimme produzierte, obwohl sie ihre Karriere als Sängerin bereits beendetet hatte. Und ursprünglich hatte sie den Song für Alicia Keys geschrieben. Ja, genau die mit den Jungs Egypt und Genesis – oder waren es Hell und Kitchen?
Naja, sie kam auf jeden Fall schon viel herum auf der Welt und ihre diverse Haltung als genderfluide Person wurde sichtbar: Ich bin immer schon mit Jungs und Mädchen ausgegangen und mit allem, was dazwischen ist. Es ist mir egal, welches Geschlecht du hast, es geht um den Menschen. Ich war da schon immer flexibel. Bei einem Auftritt in der The Howard Stern Show wurde Sia u.a. gefragt, ob sie religiös sei. Sie antwortete: Ich glaube an eine höhere Macht, die ich ‚Whatever Dude‘ nenne und ihn mir wie einen sonderbar surfenden Santa vorstelle, ähnlich wie meinen Opa, also ja.
Damit schließt sich der Kreis und Sia performt für crispy christmas in diesem Jahr ihren Naschikram-Weihnachtshit Candy Cane Lane. #leckerimmund
13.12.
RIAN
Entspannte Weihnachten
2023
Mitte der 90er Jahre geboren, wurde 2018 aus Florian Gruber RIAN. Der Mulitinstrumentalist aus Kärnten wurde vor allem durch seine englischsprachigen Mainstream-Pop-Hymnen zum Mitsingen bekannt. Seit ein paar Jahren hat er seine Heimatsprache entdeckt und kann so auch seinen mitunter schrägen Humor präziser artikulieren.
Wenn die Enkel oder Nachbarskinder also mal wieder Brownies auf die festlich geschmückte Kaffeetafel stellen, dürfen sich vorher der Völlerei nochmal alle tief in die geröteten Augen schauen.
Mit Entspannte Weihnachten trifft RIAN ja durchaus den Puls der Zeit, wobei es schon schöner ist, wenn vorher auch allen Beteiligten klar ist, dass sie gleich gemeinsam den Schlitten von Santa Claus weit hinter sich lassen. Das ist aber nur so ein tiefenentspannter crispy christmas Pro-Tipp für die Crew („Tante Grete“) und alle Reisenden mit und ohne Flugscham.
14.12.
Diana Ross
I‘m Still Waiting
1971
Diana Ross (*1944) prägte als Künstlerin die unterschiedlichsten Bereiche der Popmusik: Als Frontsängerin der Girlgroup The Supremes beeinflusste sie die Soul- und Popmusik der 1960er Jahre und auch ihre Plattenfirma Motown maßgeblich. In den 70er Jahren stieg sie „zur schillernden Superstar-Persönlichkeit auf, die jedes Genre populärer schwarzer Musik beherrschte“, u.a. mit sechs Nummer-1-Hits in den USA.
Diana zeigte auch als Schauspielerin ihre ganze Qualität. Mit den Jazz-Aufnahmen zu ihrem Oscar-nominierten Schauspieldebüt als Billie Holiday in Lady Sings the Blues war sie ebenso umjubelt wie ab Mitte der 1970er Jahre mit ihren Disco-Werken. Ihr weltweiter Mega-Hit Upside Down machte Diana Ross endlich auch im deutschsprachigen Raum zum absoluten Superstar.
Es gibt also wirklich viele Gründe, warum sie erneut bei crispy christmas dabei ist. Diesmal mit einer eher unbekannten Mädchen-trifft-und-wartet-auf-Jungen-Nummer, die mit ihren Harmonien und dem leichten Schellenkranz beim schleppenden Stomper jede noch so lahmende Weihnachtsfeier zum Grooven bringen sollte.
Kleiner, familiärer Funfact am Rande: Diana Ross war zweimal verheiratet und hat insgesamt fünf Kinder. Und sie hatte außerdem in den 1970ern eine kurzzeitige Beziehung mit dem Kiss-Musiker Gene Simmons. Ja, genau, der andere mit den Platteauschuhen.
15.12.
Rissi Palmer
Grown Up Christmas List
2008
Die Country-Sängerin Rissi Palmer wurde 1981 in Sewickley geboren, einem Vorort von Pittsburgh, Pennsylvania. Ihre Eltern stammten aus Georgia und ihre Mutter, die bereits 1988 starb, war ein großer Fan von Patsy Cline, während ihr Vater Musiker*innen wie Johnny Cash, Dolly Parton, Chaka Khan und Santana liebte.
Als Kind sang sie bei einem lokalen Fernsehsender im Team 11, vergleichbar mit dem Mickey Mouse Club. Ihren Durchbruch hatte sie 2007 mit ihrer Single „Country Girl“. Bahnbrechendes geschah allerdings erst im vergangenen Jahr: Das SPIN Magazine kürte ihr Debütalbum von 2007 zu einem der zehn wichtigsten Alben schwarzer Künstler – also 17 Jahre später. 2025 wurde sie zudem mit dem ACM Lift Every Voice Award für ihr Engagement für die Stärkung unterrepräsentierter Stimmen und für Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion in der Country-Musik ausgezeichnet. Als eine von nur neun schwarzen Künstlerinnen, die es in die Billboard Country Charts geschafft haben, prägt Rissi Palmer weiterhin die Musikwelt.
crispy christmas feiert sie mit ihrer Interpretation des inhaltlich hoffentlich bald mal an Aktualität verlierenden Hits Grown Up Christmas List.
16.12.
Nick Lowe
Christmas At The Airport
2013
Nick Lowe, geboren am 24. März 1949* in Good Old England, ist als Solokünstler der einen oder dem anderen durchaus bekannt. Als Produzent und mitunter auch Songschreiber von The Pretenders, The Damned oder von Elvis Costello hat er immerhin Musikgeschichte geschrieben. Und als er die Stieftochter von Johnny Cash heiratete, horchte auch die ganze Countrygemeinde auf.
In jedem Fall ist er ein sehr lustiger Typ, der die Musikbranche durch verschiedenste Aktionen immer wieder aufmischte. Er hat z.B. seine erste EP bei Stiff Records „Bowi“ benannt – wohl als Anspielung auf David Bowies Album „Low“. Und 2007 hat er mal gesagt, dass seine größte Angst in den letzten Jahren gewesen sei „bei dem zu bleiben, was man zu seiner Zeit als Star gemacht hat. Ich wollte nicht einer dieser schütter werdenden, dickbäuchigen alten Kerle sein, die immer noch die gleichen Nummern abziehen wie in jungen Jahren, als sie schlank und schön waren.“ Da kenne ich aber einige, die das auch mal denken könnten.
crispy christmas ist übrigens auch die ideale Playlist für alle, die es Weihnachten nicht nach Hause schaffen, wie auf Nick Lowes Song „Christmas At The Airport“, den er – rank und schlank wie eh und je – mit 64 Jahren eingespielt hat.
* Das ist hier jetzt alles kein Zufall mehr, Highke.
17.12.
Ross Antony
Ein weißes Wunderland
2020
Der gebürtige Engländer (*1974) und diplomierte Schauspieler Ross Antony – oder wie gute Freunde ihn nennen: Antony Ross – hat Musik im Blut. Bereits als Dreijähriger sammelte er erste Bühnenerfahrung. Popularität erreichte er anfangs in zahlreichen Musicals und Märchenspielen als Hauptdarsteller. In Deutschland z.B. als Claude (Hair in Bremen), als Joseph (Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat in Essen) oder als Tabaluga (Tabaluga & Lilli in Oberhausen).
Richtig bekannt wurde er dann im Jahr 2000 als Mitglied von Bro`Sis, der aus der zweiten Staffel der Castingshow Popstars hervorgegangenen Popband. Wie auch sein singender Moderatorenkollege Giovanni Zarrella. Dass Ross jetzt vor allem als Schlagersänger bekannt ist, stimmt nicht nur mich nachdenklich.
Denn er ist wirklich ein sehr gut gelaunter Zeitgenosse: lustig, positiv und direkt. Und er ist wohl einer der größten Weihnachtsfans, die je im deutschen Fernsehprogramm aufgetreten sind. Gemeinsam mit seinem Ehemann (dem Opernsänger Paul Reeves) schmückt er seine 12 bis 14 Weihnachtsbäume zuhause sehr britisch und springt gerne als geschenkverteilendes Rentier Rudolf in der Dekoration umher. Da könnte man ihm auch den Gewinn der Krone als Dschungelkönig 2008 verzeihen.
18.12.
Jamie Cullum
Christmas Caught Me Crying
2020
Der englische Singer-Songwriter Jamie Cullum (*1979) ist wohl der bodenständigste Superstar der internationalen Jazzszene. Sein Crossover-Stil ist geprägt von seiner Stimme und seinem recht früh entstandenem Verständnis der Verquickung von verschiedensten musikalischen Strömungen.
Mit 20 hat er seine Platten noch selber vertrieben. Mittlerweile gehört er zu den renommiertesten und erfolgreichsten Jazz-Musikern seiner Zeit. Ganz besonders im Ohr bleiben seine Interpretationen von bekannten Hits wie The Wind Cries Mary (Jimi Hendrix), Merry Xmas Everybody (Slade), Shape Of You (Ed Sheeran) oder What Difference A Day Makes (Dinah Washington).
Weihnachten wird im Hause Cullum im Londoner Bezirk Kensal Green vermutlich auch die neue crispy christmas laufen, wenn die ganze Familie da ist. Dazu gehören neben seinen Töchtern Lyra und Margot natürlich auch seine Frau Sophie Dahl. Vermutlich nicht kommen wird ihr Opa Roald Dahl (1916-1990), aber ganz bestimmt liest Jamie Roalds Urenkeln aus seinen Kinderbüchern The Gremlins, Charlie und die Schokoladenfabrik, Der fantastische Mr. Fox oder Matilda vor. Vollkommen auszuschließen ist auch nicht, dass Roald Dahl den Mann seiner Enkelin mit seinen Geschichten zu der vertonten Weihnachtserzählung Christmas Caught Me Crying inspiriert hat.
19.12.
Todd Rundgren
I Saw The Light
1972
Der amerikanische Sänger und Produzent Todd Rundgren (*1948) kennt sich aus im Business. Neben seiner eigenen Musik produzierte er u.a. Hall & Oates, Meatloaf, Patti Smith oder The Band. Als Gründungsmitglied von The Cars wurde er später sogar in die Rock’n Roll Hall of Fame aufgenommen.
Weihnachtlich-familiär ging es bei ihm auch zu: Von 1972 bis 1977 war er – wie es sich für Rockstars gehörte – mit dem Playmate Bebe Buell liiert. Nachdem sie sich von ihm getrennt hatte, erwartete sie recht zügig danach ein Kind. Allerdings von ihrer zwischenzeitlichen Affäre Aerosmith-Sänger Steven Tyler. Grund genug, sich wieder Todd zu zuwenden, der dann zunächst als offizieller Vater von Liv galt. Erst im späten Kindesalter erfuhr Liv Tyler, wer ihr wirklicher Vater ist.
War es ein Wunder? War es ein Geschenk? In jedem Fall hat Liv heute drei Kinder von zwei Männern, sowie drei Halbgeschwister und deutsche, englische, italienische und polnische Vorfahren. Da bleibt Weihnachten auch kein Auge trocken. Und Todd Rundgren jedenfalls hat das Licht gesehen, wie er ja in seinem Beitrag zu crispy christmas singt. Und freut sich auch darüber, dass sein unter Ritalin komponierter Song von anderen Stars wie Yukihiro Takahashi, Hermann Brood, Terry Hall oder Yo La Tengo gecovert wurde.
20.12.
KYTES
Hello (And It’s Christmas)
2021
Mit KYTES reiht sich eine Indie-Pop-Band aus München ein, die es erst seit zehn Jahren gibt und trotzdem mehr als nostalgisch klingt. Ursprünglich zu viert sind sie jetzt noch zu dritt auf den Spuren von Phoenix, Two Door Cinema Club oder Tame Impala unterwegs.
Die internationale Formation (Australien, Deutschland, Österreich, Türkei) hat ihren Weihnachtssong „Hello (And It’s Christmas)“ als Quartett eingespielt und die geneigten Zuhörer*innen erkennen schnell, dass sich vier Freunde zusammengetan haben, um musikalisch über die schönste Zeit des Jahres zu schwelgen.
Recht früh wurden sie für ihre Musik ausgezeichnet: 2015 gewannen sie in Australien den von der University of Canberra ausgelobten Song of the Year Award für „Inner Cinema“ und ein Jahr später gingen sie als Sieger beim New Music Award hervor. Und jetzt auch noch bei crispy christmas dabei!
Und wer immer noch nicht genug hat, kann sich ja ein Ticket für die kommende Europatour „Indie Rave Tour 2026/2027“ vom Christkind wünschen.
21.12.
Max Richard Leßmann
Wenn es Weihnachten wird
2017
Der gebürtige Paderborner („Pa-Pa-Paderborn, dort hab’ ich mein Herz verlor’n“) Max Richard Leßmann ist ja in Schleswig-Holstein aufgewachsen (Kiel, Husum). Im kommenden Jahr wird er wohl 35 Jahre alt. Dort kam er früh in Berührung mit der Musik von den Comedian Harmonists, den Beach Boys oder auch Burt Bacharach. Dass dabei lakonisch-melancholische Popmusik herauskommt, wundert ja niemanden.
Er ist im Großen und Ganzen als Solokünstler, Podcaster oder Buchautor kreativ. Größere Popularität erlangte er mit seinem Werk „Sylter Welle“ (Kiepenheuer & Witsch). Einigen dürfte er zudem als Sänger der Band Vierkanttretlager bekannt sein. Auch so eine Kombo, die sich in Husum gegründet hat.
Und dort spielt ja auch sein Beitrag zur diesjährigen crispy chrsitmas, äh, christmas. Schön in Szene gesetzt, wenn alle nach Hause kommen, auch die alte Liebe, die mittlerweile aber anderweitig vergeben ist. Gut, nach drei, vier Eierpunsch schieben sich manchmal auch rosarote Wolken durch die graue Stadt am Meer. Aber aufgepasst: Aristo’s Pub heißt jetzt Puzzles.
Und noch eine kleine Fußnote (am Rande): Fast wäre er auch bei meinem Jubiläumsfest Ende Mai aufgetreten, aber er wollte lieber aus seinen Werken lesen als daraus singen. Dazu lässt sich nur so schlecht mitsingen. Und gelesen haben ja auch schon Juliane Pieper und Susanne Fischer. Und mitgesungen wurde dann bei Bernd Begemann.
22.12.
Carlene Davis
Santa Claus (Do You Ever Go To The Ghetto)
1992
Die jamaikanische Sängerin (*1953) ist seit den 1970er Jahren als Reggae- und Gospel-Musikerin erfolgreich. Sie wurde in Colonels Ridge geboren, zog als Jugendliche nach England, gründete dort ihre erste reine Mädchenband, und von dort zog es die Familie nach Toronto. In Kanada angekommen, startete sie ihre Karriere mit Coverversionen von „Leaving On A Jetplane“ und „The Harder They Come“.
1980 kehrte sie als Reggae-Künstlerin zurück nach Jamaika, tourte dort von Festival zu Festival, hatte viele große Hits und wurde 1990 als beste Sängerin bei den Carribean Music Awards ausgezeichnet.
Als bei ihr 1996 Brustkrebs diagnostiziert wurde, nahm der christliche Glaube bei ihr wieder einen größeren Stellenwert ein. Seitdem engagiert sie sich bei verschiedensten Wohltätigkeitsorganisationen und spendet große Teile ihrer Einkünfte u.a. an die Jamaica Cancer Society (Krebs) oder Samaritan’s Purse (Ebola).
Wohltätigkeit ist ja auch in der Weihnachtszeit eine wichtige Sache. Wer kann, gibt doch immer gerne. Themen und Möglichkeiten gibt es derzeit ja mehr als genug. Daher stellt sich ja auch bei Carlenes crispy christmas Beitrag die Frage: „Santa Claus. do you ever go to the ghetto?“
23.12.
The Gaslight Singers
Oh! Dem Golden Slippers
1960s
Kein Weihnachtsfest ohne den kleinen Lord. Ganz besonders in Deutschland wird dieser Film mit der Weihnachtszeit verbunden und läuft im Dezember auf allen Kanälen. Der passende Smash-Hit – um nicht zu sagen Ohrwurm – ist das 1879 komponierte Lied „Oh, Dem Golden Slippers“. Hier mal in der Version der Gaslight Singers, die ihre größten Erfolge in den sechziger Jahren feierten.
Da war „Oh, Dem Golden Slippers“ schon ein Oldie. Aber was für einer! Meine Lieblingsgeschichte zu diesem vollkommen einprägsamen aber in der Weihnachtsmusik rücksichtslos ignorierten Bluegrass-Song ist diese: In den 70er Jahren gab es in Amerika verschiedene Fernsehspots für das Müsli „Golden Grahams“. Dazu wurden aus den „Slippers“ dann eben kurzerhand „Grahams“ und die Ohrwurm-Qualität bescherte den Frühstückscerealien enorme Bekanntheit. Und zwar so bekannt, dass der Song in der Müsli-Version sogar von Homer Simpson gesungen wurde. Als Homer in der Sipmsons-Folge Deep Space Homer vom 24. Februar 1994 nach einem Ausflug ins All wieder in die Erdatmosphäre eintrat sang er das Lied, um sich zu beruhigen. Die Referenz der Referenz der Referenz.
AB sofort steht dieser Song bei crispy christmas also ganz oben auf der Liste. Und der kleine Lord wird nicht die einzige TV-Patenschaft für ein Weihnachtslied übernehmen. Soviel sei gesagt.
24.12.
Roger Cicero
Bin Heute Abend Bei Dir
2007
Über den 2016 und mit 45 Jahren viel zu früh verstorbenen Roger Cicero gibt’s jede Menge Geschichten zu erzählen.
Aufgewachsen in Berlin-Grunewald als Sohn eines Jazzpianisten und einer Tänzerin, trat er bereits mit elf Jahren im Vorprogramm von Helen Vita auf und mit 16 gehörte er zum RIAS Tanzorchester unter der Leitung des legendären Horst Jankowski („A Walk In The Black Forest“). Gerade volljährig ging er ans Hohner-Konservatorium (Klavier, Gitarre, Gesang) und im Alter von 19 bis 22 war er mit dem Horst-Jankowski-Trio, dem Eugen-Cicero-Trio (von seinem Vater) und dem Bundesjugendjazzorchester unter der Leitung von Peter Herbolzheimer unterwegs.
Dass er in den Jahren danach stilistisch im Swing angekommen ist, ist ja kein Wunder. Eher schon, dass sich sein erstes deutschsprachiges Album Männersachen (2006) über 600.000 Mal verkaufte! Swingmusik mit deutschen Texten! Geliebt und gehasst gleichermaßen wurde er auf jeden Fall ein Symbol für Musik mit großem Arrangement und augenzwinkernden Texten sowie einem gepflegt-eleganten Erscheinungsbild, das ein sehr stimmiges Gesamtkonzept abgab.
Seine Familiengeschichte ist allerdings auch reich an eher traurigen Episoden. Seine Halbschwester „Babsi“ wurde 1977 bekannt als jüngste Drogentote Deutschlands – den meisten aus dem Buch „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ ein Begriff. Und er selber starb in Folge eines Hirninfarkts. Genau wie sein Vater 19 Jahre zuvor.
Umso tröstlicher, dass es sein eher unbekanntes Weihnachtslied es am Heiligen Abend in den crispy christmas Adventskalender geschafft hat. Fröhliche Weihnachten!
25.12.
Astrid S
Når snøen smelter (Tre nøtter til Askepott)
2021
Am ersten Weihnachtstag sitzt die ganze Familie zwischen den ausgepackten Geschenken vom Abend vorher und fragt sich „Jetzt ein Sektchen? Um 11? Ja, warum eigentlich nicht?“ Dann wird die Kiste angeworfen. Und was läuft? Drei Nüsse für Aschenbrödel!
Aber nicht in der klassischen Version von 1973. Da sollte ja bei der großen Schlussszene (Aschenbrödel verliert den Schuh) am Jagdschloss Moritzburg bei Dresden, das wie alle wissen 1730 unter der Herrschaft von Kurfürst August dem Starken durch Matthäus Daniel Pöppelmann vollendet wurde, Kunstschnee aus Polystyrol und Fischmehl verwendet werden. Bah! Zum Glück hat es vor Beginn der Dreharbeiten noch angefangen zu schneien.
Ganz anders in der norwegischen Fassung von 2021. Da wurde direkt in Lillehammer, dem Jotunheimen-Gebirge sowie in Litauen gedreht. Alles sehr schneesicher. Und die Hauptdarstellerin Astrid Smeplass (*1996), die den heutigen Song beisteuert, hat hier ihr Schauspieldebüt gegeben. Astrid S, so ihr Künstlerinnenname, nahm mit 16 an der Castingshow Idol teil und wurde fünfte. Grund genug, die Schule abzubrechen und voll auf die Musik zu setzen. Seitdem ist sie allerdings wirklich eine Größe in der norwegischen Poplandschaft. Und darüber hinaus.Und durch ihren Auftritt bei
crispy christmas mit dem Titellied aus „Tre nøtter til Askepott“ startet sie womöglich jetzt auch in Deutschland richtig durch. Fröhliche Weihnachten!
26.12.
Nathan Curtis
Jingle Bells
2020
Der aus Los Angeles stammende Musiker Nathan Curtis hat sich der Retrosoulmusik verschrieben. Klingt wie eine alte Scheibe von Motwon oder Stax Records. Ist aber noch ganz frisch. Und auch sonst ist er ein recht unbeschriebenes Blatt.
Seine Musik veröffentlicht er bei Street Lamp Records. Diese Truppe veröffentlicht verschiedene Musiker*innen und Bands, darunter Nathan Curtis, The Program, Nate Highfield oder die Surfband Broken Halos. Alle wurden durch ihre Arbeiten für Netflix, T-Mobile, Toyota oder andere global tätigen Unternehmen eher unbekannt. Also die Musik ist sehr bekannt, nur die Künstler im Hintergrund eher nicht so.
crispy christmas will das ändern. Also aufgedreht und mitgesungen! Denn immerhin ist „Jingle Bells“ ja schon rund 175 Jahre alt und wurde ursprünglich unter dem Titel „The One Horse Open Sleigh“ komponiert. Lustig ist übrigens auch, dass es im ganzen Lied keinen einzigen Bezug zu Weihnachten gibt, denn es ist eigentlich eine kleine Komposition über Jugendliche beim Pferdeschlittenrennen.
Bisher haben es schon 14 verschiedene Versionen in die Charts geschafft und es war das erste Lied, das aus dem Weltraum übertragen wurde. Auch so eine super Geschichte, denn die beiden Gemini-6-Astronauten Tom Stafford und Wally Schirra erlaubten sich einen Scherz mit der Bodenkontrollstation (am 16.12.1969), als sie berichteten, dass sich ein Objekt nähert, das aussieht wie ein Satellit, der von Norden nach Süden wandert, wahrscheinlich im polaren Orbit … ein Kommandomodul und acht kleinere Module davor … der Pilot des Kommandomoduls trägt einen roten Anzug …
Dann holten sie eine dafür heimlich mitgebrachte Mundharmonika und einen Schellenkranz heraus und spielten „Jingle Bells“. Beide Instrumente sind heute im National Air and Space Museums in Washington D.C. zu bestaunen. Fröhliche Weihnachten!
27.12.
Vicky Leandros
Danke
1966
Die Griechin Vicky Leandros (*1952) hat sich ja durch verschiedene Lieder ins deutsche Gedächtnis eingebrannt. Ob „Messer, Gabel, Schere, Licht“, „L’armour est bleu“, „Ich liebe das Leben“, „Goodbye My Love Goodbye“ oder „Theo, wir fahr’n nach Lodz“ (hier allerdings auch gerne in der Version von Otto Waalkes) – allesamt unvergessen.
Mit sechs Jahren kam sie mit ihren Eltern nach Hamburg und lebte im Stadtteil Wandsbek. Zwischen 1986 und 2005 kletterte sie auf der gesellschaftlichen Leiter ein paar ordentliche Stufen nach oben und trug sie den Titel Freifrau von Ruffin und lebte auf Gut Basthorst in Schleswig-Holstein (wo übrigens auch der Gin des Weinguts Waalem gebrannt wird), die feine Dame. Mittlerweile wohnt sie wieder in Hamburg. Jetzt standesgemäß in Harvestehude.
Gut. Weihnachten ist vorbei und alle freuen sich auf das freie Wochenende. Zeit, endlich mal „Danke“ zu sagen: für die schöne Weihnachtszeit, die Geschenke, die letzte Schneeballschlacht, die Magentabletten. Und wie ginge das schöner, als mit der vollaufgedrehten cripsy christmas goes 2026 und Vicky Leandros’ zu unrecht unterschätzen Kracher „Danke“, der sich auf ihrem ersten Album „Songs und Folklore“ von 1966 befindet.
28.12.
The Aquabats!
Holiday Road!
2021
„Nun wurde es Zeit für die Party“, wie Steve Martin als Erzähler in dem Film Der Vater der Braut über seinen Sohn sagt. Der Film hat mit diesem Lied nur insofern etwas zu tun, als dass die legendäre Hauptdarstellerin Diane Keaton in diesem Jahr gestorben ist und wie keine andere große Freude in ihren besten Jahren verkörperte. Zwar ging es in dem Film nicht um den großen Jahresabschluss sondern um die Hochzeit der gemeinsamen Tochter. Für beide Fälle (und viele andere Gründe zum Feiern) gäbe es natürlich eine Menge Lieder.
Mit „Holiday Road“, 1983 von Lindsay Buckingham, dem Leadsänger und Gitarristen von Fleetwood Mac, geschrieben für die Komödie National Lampoon’s European Vacation, in der es grob um die Familie Griswold geht, die bei einer Game Show einen All-Inclusive-Trip nach Europa gewonnen haben, nur, um dort Chaos zu stiften, findet eine weitere Coverversion ihre Auswahl in die neue crispy christmas.
Und zwar von der mehr als übertrieben lustigen Kapelle The Aquabats! Bekannt ist die 1994 im südkalifornischen Huntigton Beach gegründete Band anfangs für ihre Mischung aus Surf-Rock und Ska. Später kamen elektronische Einflüsse hinzu. Mit ihrem ersten Album „The Return Of the Aquabats“ haben sie schon mal gesagt, wohin die Reise geht.
The Aquabats! treten natürlich in Superheldenkostümen auf. Alle Bandmitglieder haben auch Superheldennamen wie Chainsaw The Prince Of Karate, Ricky Fitness oder auch The MC Bat Commander. In ihrer Biografie ist zu lesen, dass sie von der versteckten paradiesischen Insel Aquabania stammen. Von dort wurden sie jedoch vom Superschurken Space Monster M vertrieben. Also flohen sie in einem ausgehöhlten Baumstamm übers Meer und kamen so nach Kalifornien. Dort fand sie Professor Monty Corndog und machte sie durch Chemikalien zu Superhelden, die sich jedoch in ihrer Freizeit als Musikgruppe tarnen. Yay!
Wenn die Aquabats den o.g. All-Inklusive-Chaos-Trip gewonnen hätten, wäre ich gerne mit der jungen Diane Keaton dabei gewesen.
29.12.
Larry Santos
Sweet Caroline
1970
Der Mitsingknaller schlechthin! Neil Diamond (*1941), nicht wenigen bekannt für seine mehr als kitschige Musik zur Verfilmung des Romans von Richard Bach Die Möwe Jonathan, hat sich 1969 damit wirklich unsterblich gemacht. Und er ist auf Sportveranstaltungen, Zwischen-den-Tagen-Parties oder Nachbarschaftsfesten gleichermaßen beliebt.
Ganz offiziell zugegeben hat Neil Diamond erst 2007, dass er von einem Foto der damals neunjährigen Caroline (*1957) inspiriert worden sei. Der Tochter von John F. Kennedy und heutigen Botschafterin der USA in Japan und Australien. Gewidmet hat er das Lied allerdings seiner Ex-Frau Marcia Murphy, die nach der Scheidung 1995 rund 100 Millionen Dollar Abfindung erhielt – nur brauchte er einen dreisilbigen Vornamen. Für mich ist Mar – Ci – A zwar auch dreisilbig, aber gut. 2007 hat der gute Neil die 100 Mios durch Tantiemen und Lizenzen des Songs bestimmt wieder drin gehabt. Da war er dann milde gestimmt.
In der Version von Larry Santos, einem amerikanischen Singer-Songwriter („Candy Girl“ hat er für The Four Seasons geschrieben), der eine ordentliche Karriere als Schreiber von Werbejingles gemacht hat (Pan Am, Chevrolet, Marathon Oil, Budweiser), knallt es für meinen Geschmack noch etwas mehr als in der Originalfassung.
Die zwei allerallerbesten Interpretationen überhaupt hat allerdings Bernd Begemann am 2. September 2023 und am 30. Mai 2025 bei uns im Garten (hinten: 2023, vorne: 2025) hingelegt. Alle, die dabei waren, erinnern sich sicherlich mit großer Freude. Leider gibt es davon keine veröffentliche Fassung, sonst würde die jetzt hier bei crispy christmas laufen.
30.12.
Lady Gaga & Bruno Mars
Die With A Smile (Acoustic)
2024
Zwei der größten Superstars unserer Zeit geben sich hier ein Stell-Dich-Ein zum großen Jahresfinale: Lady Gaga (*1986 als Stefani Joanne Angelina Germanotta in New York) und Bruno Mars (*1985 als Peter Eugene Hernandez in Honolulu) haben sich zusammen gefunden, um vom Feeling und des Inhalts eigentlich einen James-Bond-Song zu schreiben. Im übrigen gemeinsam mit D’Mile, Andrew Woman und James Fauntleroy (Nein, das ist nicht der Neffe vom kleinen Lord, obwohl es thematisch natürlich ein Kracher gewesen wäre).
Es geht um das große Ende und wer dann mit wem eigentlich die letzten Momente verbringen möchte. Wie am Jahresende so üblich: Mit wem willst du feiern? Wer bringt einen Salat (mit Avocados, Eiern, Silberzwiebeln, Mett) mit? Wer kommt wieder alleine? Wer hat als erstes einen kleben? Und wer heult, tanzt, schwadroniert erneut den ganzen Abend rum?
Bei James Bond sieht es einen Tag vor Silvester wohl aus wie sonst auch im ganzen Jahr: Im schicken Abenddress mit einigen sehr eleganten Begleitungen an einer mondänen Bar ein paar Signature-Drinks ordern, dabei süffisant lächeln, sich kennend-zufrieden umschauen und später noch einer entspannten Partie Baccara (oder auch FarAway, Street Fighter 4, Bierpong) frönen. Anschließend – nach einem etwas übertriebenen aber dennoch spektakulären und mit Applaus bedachten Feuerwerk – ab in die gestärkte Bettwäsche, um dann festzustellen, dass dort vorher a) der Afghanische Windhund alles vollgehaart hat, b) die drei kleinen Kinder der Zwillingsschwester ihre Schoko-Crossies, Himbeer-Quetschies und Chips (mit Currywurstflavour) einmassiert haben oder c) ja gar keine gestärkte Bettwäsche aufgezogen worden ist, weil es ja doch wieder nur für das 10-Bett-Zimmer der Jugendherberge Herne gereicht hat.
Aber schwamm drüber, Silvester ist ja eh erst in einem Tag. Wer allerdings jetzt flott ist, kann für heute oder morgen noch Tickets für die New Year’s Eve Party mit Bruno Mars im Park MGM in Las Vegas ergattern. Vielleicht kommt Lady Gaga ja auch. In jedem Fall freuen sich beide, endlich auch mal bei crispy christmas dabei sein zu dürfen.
31.12.
Dan & Shay
Happy New Year
2024
Daniel Smyers (*1987 in Wexford, Pennsylvania) und Shay Mooney (*1991 in Natural Day, Arkansas) lernten sich 2012 in Nashville kennen, wo sie nach der Schule landeten. Ein Jahr später unterzeichneten sie bereits einen Vertrag bei Warner. Zackizacki. Das erste Album Where It All Began kam aus dem Stand auf Platz 1 der US-Countrycharts.
Außer ihren Erfolgen als Musiker gibt’s über die beiden nicht viel zu berichten. Außer vielleicht, dass es bei der Bilddatenbank Getty Images 4.335 hochauflösende Fotos der beiden gibt. Klingt erstmal viel. Der Vergleich zu Beyoncé (77.836), Johnny Cash (1), Uriah Heep (1.819) oder Juliane Wedding (182) sagt so gar nichts aus. Aber die Zahlen von Udo Lindenberg (4.539) zeigen ungefähr die Bedeutung der beiden Amerikaner für wen auch immer.
Ihr Song jedenfalls hätte auch von Udo nicht geschmeidiger performt werden können. Nur etwas hingeschnodderter. Ein ruhig-sentimentaler Rückblick auf das vergangene Jahr mit einem schön-melancholischen Gesamtfeeling für die besten Wünschen zum neuen Jahr: Peace, Love and Harmony. Und dem Segen von oben. Können alle ganz gut gebrauchen. Und ich schließe mich einfach an:
Ein fröhliches, gesundes und harmonisches Neues Jahr für euch alle! Und Frieden überall.
Zwar können wir da global wohl herzlich wenig zu beitragen. Aber immerhin in unserer Umgebung und Nachbarschaft für Momente der Freude, Hilfsbereitschaft und Geselligkeit sorgen.
Auf jeden Fall auch vielen Dank für eure Aufmerksamkeit. Ich hoffe, ihr hattet ein wenig Spaß und könnt bei der einen oder anderen Party heute Abend mit eurem neuen Spezialwissen glänzen.
Quellen: Alle Infos habe ich umfassend recherchiert. Viele Infos habe ich auf den Websites der Bands gefunden, in Fachmagazinen entdeckt, über die verschiedenen Plattenfirmen/Labels herausgefunden, in den Tiefen von Spotify zu Tage gefördert, auf Wikipedia gelesen oder aus den diversen Medienportalen und Mediatheken (Youtube, NDR, RTL, ARD, ZDF, arte, usw.) herausgefiltert.
Sollte es den einen oder anderen Fehler geben oder Quellenangaben präzisiert werden, freue ich mich über eine kurze Nachricht. Alle Angaben ohne Gewehr. Peace!